Nam Ngum und Vang Vieng

Impressionen vom Nam Ngum Stausee und dem malerischen Vang Vieng:

Schaut euch das Video an!

Nam Ngum & Vang Vieng

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2 Tage in Vang Vieng

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

„Wann fährt denn morgen der Bus nach Luang Prabang“, fragte Claudia den Besitzer des Restaurants als er uns die Suppe brachte.

„Um 10.00 Uhr … oder um 11.00 Uhr“, war seine unschlüssige Antwort.

„Und wo fährt er ab?“

„Hier in der Straße.“

„Ah, das ist ja gut. Da können wir ja gleich hier noch frühstücken“, schlug Claudia zufrieden vor.

Dann müssten wir halt schon um 9.30 im Restaurant sein, das wäre kein Problem.

Auf meiner nächtlichen Tour durch Vang Viengs Straßen bekam ich noch einmal Hunger. Ich kehrte in einer anderen Kneipe ein und wollte etwas essen, konnte aber die Speisekarte nicht lesen.

„Was ist das für eine Suppe“, fragte ich den Wirt freundlich und zeigte auf den Tisch, an dem Einheimische aßen.

„Das ist dasselbe wie das hier aber anders“, erklärte er etwas verwirrend und hielt mir einen Teller entgegen.

‚Aha – same same but different!‘ dachte ich und bestellte eben.

‚Same same but different scheint der Spruch in Laos zu sein.

Schon bei der Zimmersuche fiel uns auf, dass die Leute hier sehr häufig diesen Slogan verwenden.

Ein Mann wollte wissen, warum er den gleichen Preis für ein Zimmer bezahlen musste wie wir, da wir doch zu zweit wären. Aber die nette Vermieterin ließ sich nicht beirren – ‚same same but different‘ war das Motto; unser Zimmer war gleich groß und gleich ausgestattet wie das des Mannes, das war ‚same same – nur, wir waren zu zweit, das war ‚different‘.

Dafür hatten wir ja auch weniger Platz.

Nach dem Essen fragte ich diesen Wirt nochmals nach dem Weg zur Bushaltestelle, und dieser Wirt wusste eine andere – oder besser gesagt, er war sich nicht schlüssig.

„Manchmal hält er da draußen an der Hauptstraße, manchmal fährt er aber auch in den Ort hinein. Dann fährt er da vorne ab“, erklärte er und zeigte in Richtung des anderen Restaurants.

„Und wann?“

„Um 1.00 Uhr.“

Nun hatten wir zwei Haltestellen und drei verschiedene Abfahrtszeiten. Ein anderer Traveller sah wie ich grübelte und setzte sich zu mir, er hatte unser Gespräch mitgehört.

„Vergiss es, du kriegst hier keine richtige Antwort. Ich fahre morgen früh um 6.00 Uhr nach Kasi, dann bin ich schon mal ein Stückchen weiter“,  sagte er.

„Oh, nein! Das ist mir zu früh. Da werden wir es wohl um 10.00 Uhr     versuchen.

So war es dann auch. Claudia und ich frühstückten zuerst einmal in dem Restaurant an der Haltestelle und warteten sehnsüchtig auf den Bus, aber das einzige was kam, war ein völlig überfüllter Pick-up, der zwar Claudia noch mitgenommen hätte, aber nicht mehr mich. Claudia wollte mich aber nicht allein lassen, also warteten wir gemeinsam auf den nächsten Bus.

Vang ViengInzwischen war es fast 12.00 Uhr und weit und breit immer noch kein Bus zu sehen. Mit uns hatten fünf Franzosen vergeblich gewartet.

„Wie wäre es, wenn wir bis zur Kreuzung laufen, wo die beiden Straßen zusammentreffen. Da muss der Bus auf alle Fälle vorbei“, schlug ich vor.
Mit den fünf Franzosen im Schlepptau marschierten wir zur Kreuzung und warteten in brütender Mittagshitze auf die einzige Möglichkeit, nach Luang Prabang zu gelangen.

 

Ein kleines Haus in einer Kurve spendete uns ein wenig Schatten.

Mit einem selbstgebastelten Ball vertrieben sich die Franzosen die Zeit. Dann – plötzlich – kurz nach 1.30 Uhr ein lautes Geräusch: Whumm! – Tut… Tut…Whumm!“ und vorbei war der einzige Bus in den Norden.

Verzweifeltes Hinterherwinken, doch keine Reaktion des Fahrers. Er hatte uns wohl hinter dem Haus nicht gesehen.

Wir setzten uns wieder in den Schatten und warteten. Trotz unserer ausweglosen Lage, am heutigen Tag noch weiter zu kommen, war niemand schlecht gelaunt oder nervös.

„So, was machen wir jetzt?“ fragte ich einfach mal so in die Runde.

Fragende Blicke antworteten mir, dann zündeten die Franzosen erst mal einen Joint an und Claudia stärkte sich mit einer Orange.

Ein geschäftstüchtiger Pick-up Fahrer hatte unsere missliche Lage wohl erkannt und wollte uns für 100 US-$ nach Luang Prabang fahren – weit überzogen! Unser ignorierendes Lächeln vertrieb ihn wieder.

Claudia stand mitten auf der Straße und hielt nach sämtlichen Richtungen Ausschau.

„Hey, was ist das?!“ rief sie ungläubig als hätte sie eine Fata Morgana gesehen. „Ein Bus!“

Und tatsächlich kam gegen alle Erwartungen ein Bus aus Vang Vieng herangefahren, der anhalten musste, sonst hätte er Claudia überfahren.

Kasi, Kasi?“ rief sie hinein und ein freundliches Nicken strahlte nach draußen. Der Bus war brechend voll, aber irgendwo fand man noch ein Plätzchen für uns und unsere Rucksäcke. Ich hatte einen Logenplatz gleich neben dem Fahrer.

Wieder erreicht mich eine neue Erfahrung auf unserer Reise.
Truthahn, Hühner, Enten, Schweine und anderes Vieh – die Größten von ihnen sind die Wasserbüffel – schlendern gemächlich die Straße entlang und denken nicht daran beiseite zu gehen.

Vang Vieng
Kinder spielen am Straßenrand und winken uns entgegen. Mit unvermindertem Tempo prescht der Bus in Schlangenlinien, um den Tieren auszuweichen, durch den Ort.
Erst wenn der Fahrer auf die Hupe drückt, weiß Kind und Vieh, daß es von der Straße flüchten muß.
Die Busfahrer sind gefordert auf diesen Straßen. Mit viel Umsicht und Geschick manövrieren sie die überfüllten Busse an den Hindernissen vorbei.

Die Fahrt wurde immer interessanter, es ging nun immer weiter in die Bergwelt hinein.

„Da vorne ist der Bus nach Luang Prabang“, deutete der Fahrer an. Aber, so wie das aussah, half uns das nicht viel. Der Bus stockte und qualmte immer mehr und als unser Fahrer zum Überholen ansetzte, blieb der andere Bus ganz stehen.

Glück im Unglück – denn das war sicher nicht die erste unfreiwillige Pause, die er einlegen musste, sonst hätten wir ihn nie eingeholt. Aber wie sollten wir jetzt weiterkommen?

In Kasi trafen wir noch andere Traveller, die auf der Strecke geblieben waren. Auch Günter, der Deutsche aus Vang Vieng, der sich schon um 6.00 Uhr auf den Weg gemacht hatte, war nun auch noch nicht weiter als wir.

Der liegengebliebene Bus war wieder in Gang gebracht worden und hatte nun auch schnaubend und krachend Kasi erreicht. Aber er war schon so voll, dass er nur noch drei weitere Personen aufnehmen wollte. Es war eh ein Unding, dass man mit ihm die schwierige Strecke weiterfahren wollte.

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Vang Vieng – same same but different

Vang Vieng

Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Selbst auf einem Ölgemälde könnte es nicht schöner sein. Wild zerklüftete Kalksteinfelsen reihen sich entlang eines ruhig dahinströmenden Flußes, der den schönen Namen ‚Nam Song‘ trägt.
Die Ruhe der Gegend geht in mich über und ich fühle mich leicht und frei.

Noch war das Wasser sauber, aber der Weg zur nächsten Brücke ist weit. Die Einheimischen versuchten manchmal den Fluss mit ihren Traktoren oder mit dem Lastwagen zu durchqueren. Die Problematik der Umweltverschmutzung ist noch nicht bis in diese Gegend vorgedrungen.

Inzwischen gibt es auch Strom aus der Steckdose, die Menschen sind nicht mehr auf Generatoren angewiesen. Das kleine Städtchen wurde vom Fortschritt eingeholt und auch dieser Ort ist nicht mehr der Geheimtipp, der er noch vor einiger Zeit war. Trotzdem, die Umgebung um Vang Vieng ist etwas fürs Auge und für die Seele – ein schönes Fleckchen Natur mit einer unglaublichen Szenerie. Und viele Traveller wissen das auch zu schätzen und halten hier nicht nur für kurze Zeit auf ihrer Durchreise nach Luang Prabang.

In der Umgebung gibt es viel unberührte Natur und einige Höhlen zu entdecken, zum Leidwesen mancher Eltern, denn immer wieder hört man, dass einige Kinder vom Spielen nicht wieder nach Hause kamen.
Deshalb wird auch heute noch dem Erdgeist nach alter Tradition ein Opfer gebracht.

Die eine Höhle ist nicht weit vom Ort auf der anderen Seite des Flusses. Man kann sich mit dem Boot für einen geringen Betrag übersetzen lassen oder sich auf den Weg zur Fußgängerbrücke machen. Das ist nicht uninteressant, denn so lernt man das alltägliche laotische Leben hautnah kennen.

Frauen sitzen unter ihren Häusern und weben auf altmodische Weise Decken oder Kleider. Draußen auf den Straßen treiben die Bauer das Vieh herein.
Kinder und Kleintier spielen auf den Straßen – es ist alles so ruhig und friedlich hier.
An einem kleinen Stand verkauft jemand etwas Eßbares, das ich probiere.
Was es ist, weiß ich nicht – verdammt zäh, das ist es!

An der Brücke muss man dann einen kleinen Obolus entrichten. Ein geschäftstüchtiger Mensch (unserer Meinung nach kein Laote) hat dort ein Ressort errichtet und kassiert für das Überqueren der Brücke – oder die Besichtigung des Ressorts, wenn man so will – Wegezoll.
Allerdings hatte er auch dafür gesorgt, dass man zur oberen Höhle nicht mehr kraxeln muss, sondern auf Betonstufen nach oben kommt.
An der unteren Höhle kann man sich in kühlem Wasser erfrischen, will man weiter hinein, muss man schwimmen.

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Der Nam-Ngum-Stausee – Auf der Gefängnisinsel

Nam-NgumStausee„Na, so ganz wohl fühle ich mich in meiner Haut noch nicht“, sagte ich zu Claudia, als wir mit unserem schweren Gepäck durch das ärmliche Dorf am Nam-Ngum-Stausee in Laos schlenderten.

Die Leute starrten uns an, begrüßten uns aber mit einer zurückhaltenden Freundlichkeit. Sie freuten sich, wenn wir in ihrer Sprache antworteten. Leider war „Sabai Dii“ (Guten Tag) das einzige, was wir bisher sagen konnten.

Die Sprachbarriere blieb bestehen. Englisch war in dieser Gegend ein Fremdwort, obwohl Amerika irgendwann versucht haben musste, hier Fuß zu fassen. Überall hingen riesige Werbeplakate von Marlboro und Pepsi, wobei Coca Cola nahezu fremd war.

Auch von den Fastfood Ketten blieben die Menschen hier in Laos noch verschont. So blieb der alte Mann mit dem Boot, der uns auf die kleine Insel übersetzte, der Einzige, mit dem wir uns unterhalten konnten.

Nam-Ngum-StauseeDie Insel war eher ein Inselchen, die man in zehn Minuten umrundet hatte – abgeschieden von der Außenwelt, ein Platz zum Erholen. Dafür war das Haus wohl die schönste Unterkunft auf unserer langen Reise; ein Herrenhaus mit Marmorboden und klassischen Möbeln. Nur noch ein einziges Pärchen bewohnte mit uns dieses große Haus (7 Zimmer) und die beiden bekamen wir auch nur einmal zu Gesicht.

Als wir Hunger bekommen winken wir zur Nachbarinsel, auf der ein Restaurant steht. Eine Frau holt uns mit ihrem Boot ab und nimmt uns mit rüber. Claudia hat ihre Geldtasche am Ufer Nam-Ngum-Stauseeunserer Insel vergessen – was soll’s, es ist ja eh niemand da und wir sehen hinüber.
Es gibt nicht viel auf der Speisekarte zu wählen, das meiste können wir sowieso nicht lesen, aber das was es gibt, schmeckt gut.
Wir sitzen hier im Wohnzimmer dieser Familie, schade, dass wir nicht mit ihnen reden können.
Während wir unser Candlelight-dinner genießen, legen sich die Jüngsten schon schlafen.

Um 9.00 Uhr wurde der Generator abgestellt und alles spielte sich nur noch unter Mondlicht und Kerzenschein ab – romantisch.

Nach unserem Dinner brachte uns die Frau wieder zurück. Die Geldtasche lag am selben Platz, wo Claudia sie vergessen hatte. Auch in unserer Unterkunft gab es nur Kerzenlicht, aber eigentlich brauchte man hier auch nicht mehr.

Am nächsten Tag, pünktlich um 10.00 Uhr holte uns der alte Bootsmann wieder ab und brachte uns ans Festland zurück.

Nam-Ngum-Stausee

Wir schlenderten durch den kleinen Ort, der eigentlich nur aus zwei Straßen bestand und schauten, was es auf dem Markt so alles gab. Claudias Hunger war so groß, dass sie alles gegessen hätte.
Wir versuchten eines der Landesgerichte, dass sich wohl auch noch aus der Kolonialzeit eingebürgert hatte – ein französischer Weißbrotstängel, belegt mit pikant gewürzter Rindswurst und einer scharfen Soße darüber.

Danach könnten wir eigentlich weiter – wenn es irgendein Fahrzeug geben würde, dass uns hier wegbringen wollte.

Eine halbe Stunde sitzen wir jetzt schon bei einer Gluthitze auf der harten Bank eines Pick-ups und warten. Auf was und wie lange warten wir noch? Man deutete an, um halb zwölf würde man fahren. Jetzt haben wir zwölf.
Der Fahrer zeigt mit seinen Fingern acht an. Jetzt begreifen wir. In Laos fährt man nicht nach Uhrzeit – in Laos fährt man, wenn der Pick-up voll ist, und zwar so voll, daß man nicht mehr bequem sitzen kann.
Dicht gedrängt teilen wir uns eine schmale Bank, unsere Füße müssen wir irgendwie übereinanderschlagen oder zwischen Kartoffelsäcken verstauen.
Lebendige Hühner, denen die Füße zusammengebunden sind, werden einfach unter die Bank geschleudert als wären sie gefühllose Gegenstände. Manchmal versuchen sie sich zu befreien und picken einem in die Füße. Die schlechte Behandlung der Lebewesen schlägt mir etwas auf den Magen.

Aber was sollte man tun? Mit den Menschen über Tierschutz zu reden   hätte wenig Sinn, sie würden es nicht verstehen – zum Einen der Sprache wegen und zum anderen konnte man nicht verlangen, dass Menschen sich über das Wohlergehen der Tiere Gedanken machen, die selbst ums Überleben kämpfen müssen. Allerdings hatte ich bisher nie den Eindruck bekommen, dass es den Menschen hier schlecht ging oder dass jemand Hunger leiden müsste.

Endlich, so gegen 1.00 Uhr als neun Personen und jede Menge Hühner sich die Bänke teilten, ging es los nach Thalat.

Eine direkte Verbindung nach Vang Vieng gab es nicht, so mussten wir auf einen anderen Pick-up umsteigen.

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Laos und der Nam-Ngum-Stausee

Diejenigen, die auf dem Landweg durch Laos reisen, sollten eventuell diesen Ort in die Planung mit einbeziehen.

Laos - Nam-Ngum-Stausee

Der Nam-Ngum Stausee liegt in einer landschaftlich angenehmen Gegend, umgeben von Bergen bis zu 1500 Meter Höhe. Hier wurde das größte Wasserkraftwerk des Landes geschaffen.

Die Spitzen einiger Hügel ragen aus dem See wie Inseln und dienten früher als Umerziehungslager für Prostituierte und Kriminelle – die so genannten „Fraueninsel“ und Männerinsel“.

Heute dient der See der Fischerei, dem Bootsbau und vor allem der Holzgewinnung. Unter Wasser wurden größere Gebietsabschnitte bewaldet. Nach langer Zeit unter Luftabschluss ist das Holz nun wegen seiner guten Qualität sehr begehrt und wird auf abenteuerliche Weise von Tauchern geschlagen und nach oben gebracht.

Auch der Tourismus wurde entdeckt. Prunkbauten, die früher Ministern und anderen „Großköpfen“ zugute kamen, werden nun als Gästehäuser zu anständigen Preisen an Reisende vermietet. Allerdings hält sich die Anzahl der Besucher noch in sehr bescheidenem Maße. Vielleicht ist das auch ein Glück für diese Region.

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Laos – Die Umgebung von Vientiane

Vientiane Friedensbrücke

Unser Weg führte nun aus Vientiane heraus. Etwas außerhalb wurde im April 1994 die Freundschaftsbrücke eröffnet. Hier bekommst du ohne bürokratischen Aufwand ein Visum und kannst auf dem Landweg von Thailand nach Laos gelangen.

Unserer Meinung nach ist es trotzdem ratsam (wenn man Zeit hat) schon vorher nach einem Visum zu schauen, dann bist du nicht von der Gunst eines Beamten abhängig. Außerdem sollte die Brücke (deshalb auch Friedensbrücke genannt) für Frieden und zum gegenseitigen besseren Verständnis zwischen den beiden oftmals zerstrittenen Nachbarn beitragen.

Ein Stückchen weiter auf der Straße in Richtung des Buddha-Gartens erreichten wir dann den Kulturpark der Völker von Laos (Ethnic Cultural Center), von dem wir sehr enttäuscht waren. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes; zur Hälfte war es ein Zoo mit nicht artgerecht gehaltenen, abgemagerten Tieren in verdreckten Käfigen, zur anderen Hälfte ein Park.

Mein Wunsch, mehr Informationen über die verschiedenen Völker und Traditionen über die laotische Bevölkerung zu bekommen, wurde nicht erfüllt. Allerdings muss ich fairerweise hinzufügen, dass der Park sozusagen noch im Rohbau stand. In Laos geht alles etwas langsamer dahin. Es sollen mal traditionelle Wohnhäuser der einzelnen Völkergruppen zu sehen sein, und auch traditionelle Tanzvorführungen und Gesangsdarbietungen soll es geben. Dazu sollen handgearbeitete Produkte und typisches Essen aus den verschiedenen Provinzen angeboten werden. Wird dieser Wunschtraum verwirklicht, dann ist das Ethnic Cultural Center sicherlich ein interessantes Ausflugsziel – aber wann wird das sein?

Buddha-Garten

Der Weg führte uns immer weiter weg von Vientiane und endlich, nach langen 35 Kilometer auf einer holprigen, staubigen Straße waren wir da. Wir waren am Buddha-Garten oder am Wat Xieng Khuan wie es in der Heimatsprache heißt.

Buddha-GartenAuf schmalen Stufen und in Rundgängen geht es im Inneren hinauf.
Es ist mystisch, fast unheimlich.
Erst der Eingang durch das geöffnete Maul, dann die Enge in der Dunkelheit… – ich fühle mich wie in einem Verließ.

Immer wieder kann man durch schmale Luken in Innenräume schauen und mit viel Phantasie leidende, sich in Schmerzen windende Gestalten erkennen – denn Leben ist Leiden (so heißt es im Buddhismus).

 

Buddha-Garten

Der Park war übersät mit riesigen dämonenhaften Wesen aus der indischen, buddhistischen und laotischen Mythologie. Durch den Topf (ein großes rundes Gebäude) kann man nach oben steigen und einen herrlichen Ausblick über das Gelände genießen.

Oben trafen wir auf ein paar Jungs im Alter von 12 – 15 Jahren, kahl geschoren und in ihren orangefarbigen Roben. Sie taten das, was in Laos jeder Mann einmal im Leben tun sollte – eine Zeit lang Mönch sein und auf jegliches Hab und Gut zu verzichten. Und so waren auch sie für drei Monate jeden Morgen kurz nach Sonnenaufgang mit ihrer Opferschale unterwegs, um nach Almosen zu betteln. Mönche leben nur von den Gaben der Gläubigen.

Vientiane Buddha Garten

Die jungen Kerle redeten gerne mit uns und testeten so ihr Englisch, auch mit Claudia. Vorbei war das Klischee, Mönche dürften nicht mit Frauen reden und sie schon gar nicht berühren. Sie verabschiedeten sich sogar mit einem westlichen Handschlag. Ihre Einladung zum Tee schlugen wir leider aus, was mir im Nachhinein sehr leid tat, denn eine Einladung abzulehnen gilt bei vielen Asiaten als Beleidigung und das wollten wir in keinem Falle – aber wie das bei uns Europäern häufig der Fall ist, rannte auch uns wieder einmal die Zeit davon (was für die Menschen in Laos sicher nur sehr, sehr schwer zu begreifen ist).

Vientiane Buddha-Garten

Vientiane - Buddha-Garten

Vorbei an dem Dämon Nyak der das Mädchen Nang Sida raubt und an einem laotischen Pärchen, das einem übermäßigen Fabelwesen Gaben zum Opfer bringt, kommt man zu Phra Ouma, der Mutter der Unterwelt.

Bevor sie uns in ihren Bann zog, verabschiedeten wir uns vom Buddha-Garten und machten uns auf den Rückweg nach Vientiane. So waren wir nun doch wieder besänftigt, aber wäre dieser Park nicht gewesen, wäre Vientiane eine herbe Enttäuschung geworden.

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Vientiane – Hauptstadt oder nur ein Dorf

Vientiane bot uns gleich die nächste Überraschung in Laos. Im Gegensatz zu Bangkok war die laotische Hauptstadt ein Dorf.

Während wir so durch die Gegend schlenderten überlegten wir noch, warum wir eigentlich zuvor ein Moped mieten wollten – in einem halben Tag konnte man den Stadtkern zu Fuß erkunden.

Was gab es in Vientiane zu sehen?

VientianeAllzu viel war es nicht. Das schönste Bauwerk der Hauptstadt dürfte wohl der Triumphbogen Patou Say sein. War Laos doch über lange Jahre eine französische Kolonie gewesen, so konnte man das hier an dem nach Pariser Vorbild errichteten Gebäude erkennen.

Im Revolutionsmuseum konnte man Ausstellungen über Vergangenheit und Gegenwart von Laos bewundern, wobei das Armeemuseum und der Palast des Präsidenten für die Öffentlichkeit verschlossen blieben.

VientianeIn der Nähe des Triumphbogens gibt es einige gemütliche Parkanlagen, in denen man sich ausruhen kann (insofern das erforderlich ist).

Es gibt über 100 Tempelanlagen in Vientiane und Umgebung, die aber mit den Prachtbauten Thailands nicht zu vergleichen sind, wobei die Architektur nicht weniger interessant ist – die Tempel sind nur nicht so prunkvoll gestaltet.

Weiter ging unser Streifzug zu Fuß durch die Stadt. In den Einkaufsläden entdeckten wir Sachen, die von den alten Kolonialherren zurückgelassen wurden. So gab es hier Senf, Käse, Kaviar, Champagner und französische Weine, deren Herkunft sich nicht verleugnen ließ. Aber nach dem Staub auf den Flaschen zu urteilen, waren das hier wohl eher Ladenhüter – kein Wunder, das meiste war für die einheimische Bevölkerung unerschwinglich.

Überhaupt konnte man mit der französischen Sprache weiterkommen als mit der englischen, die den Durchbruch hier noch nicht so recht schaffen will. Namen wie Le Bistrot, Pub Belle Ile oder Le Vendome sind keine Seltenheit.

VientianeMit Fleischwaren und Obst sah es lange nicht so gut aus wie beim thailändischen Nachbarn. Auch wenn an den Marktständen alles ordentlich aufgestapelt war, ließ die Vielfalt der Früchte doch einige Wünsche offen.

Trotzdem; das Essen an den Ständen war sehr gut und bestens zu empfehlen. Wer nicht unbedingt auf Ingwer oder Zitronengras steht, hat es mit den Suppen schwer. Kaum in einer Suppe fehlt eines dieser Gewürze, die zwar sehr gesund sind, aber eben nicht jedermanns Geschmack.
Aber dafür gibt es ein leckeres Baguette, mit feurig, würzigen Rindswurstscheiben belegt, herrliche Nudelgerichte und süßes Gebäck, das dann auch mir wieder zusagte.

Es gab viel Gutes – auch wenn man nicht immer herausbekommen hatte, was es war. „Trau dich!“ hieß das Motto.

Inzwischen war es Nacht geworden und noch immer konnten wir nichts entdecken, das in Vientiane eine Hauptstadt vermuten ließ. Es gab kein geschäftiges Treiben, kein Night-Bazar wie in Thailand und gegen 10.00 Uhr wurde in den meisten Gegenden der Gehweg hochgeklappt (soweit vorhanden). Vientiane war unserer Meinung nach ein verschlafenes Nest. Ich weiß nicht, wo um alles in der Welt der Autor eines Reiseführers Sachen entdeckt hatte wie ‚Shopping-Center, die mit Bangkok oder Singapur zu vergleichen seien‘ oder eine ‚Rush-hour‘. Das Nachtleben steckte noch in den Kinderschuhen und man brauchte sich auch keine Sorgen machen, dass man beim Überqueren der Hauptstraße überfahren werden könnte. Obwohl Vientiane circa 2 000 000 Einwohner beherbergt, hatte diese Stadt doch eher den Charakter eines Vorortes.

Am nächsten Tag mieteten wir für ca. 7 € ein Moped und machten uns auf den Weg zum Mekong (der allerdings auch zu Fuß in 10 Minuten von unserer Unterkunft zu erreichen gewesen wäre).

Der erste Anblick dieser Gegend gab uns wieder zu bedenken, ob unsere Entscheidung nach Laos zu reisen richtig war.

Völlig verrottete, von der Nässe zerfressene Häuser reihten sich entlang des Mekongs.
Es war kaum vorstellbar, dass dort drinnen noch Menschen leben konnten.

Die Straßen bestanden nur aus Lehm. An Schulen und manch anderen Gebäuden hing die russische Fahne oder die der ehemaligen DDR, wo ja nach 1975 einige laotische Studenten zum Studium aufgenommen wurden.

Und trotzdem – irgendetwas war in diesem Land, das einen in den Bann zog. Irgendetwas Geheimnisvolles lag in der Luft.

Vientiane…der Blick über den Mekong fasziniert mich. Warum? Ich weiß es nicht.

Vielleicht ist es die Ruhe und die Langsamkeit die einen verzaubert. Es gibt eigentlich nichts Besonderes hier, es ist nur ein Fluss wie jeder andere – oder doch nicht?

Vielleicht ist es aber auch die Entfernung von Zuhause, das Leben in der Fremde.

Ich weiß es nicht.

Ruhig schlängelt sich der Mekong dahin und verzweigt sich in mehrere Arme – nur der hohe Wall aus Lehm und Geröll lässt erahnen, was passiert wenn Regenzeit ist.

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