Typisch Laos!

Laos und die Zeit

Bevor nun das Kapitel Laos abgeschlossen wird, möchte ich noch eine kleine Anekdote erwähnen, die ich als „typisch“ für Laos eingestuft habe – viel Spaß dabei.

11.15 Uhr.
Wir sitzen auf der Bank wie ein Schüler, der auf die Fragen seines Lehrers wartet. Der Lehrer ist in unserem Fall der Postbeamte.  Er fragt aber nicht viel sondern mustert nur uns und unsere Waren die wir verschicken wollen – dann setzt er sich hin und denkt nach.  Mit fragenden Augen schaue ich ihn an und sehe zur Uhr. ‚Oh je, oh je, 11.30 Uhr – der wird doch jetzt nicht Mittagspause machen.‘

Hinter uns wartet noch eine lange Schlange von Kunden, die sich lachend unterhalten; keinem scheint es zu lange zu dauern.  Der Postbeamte kramt unter seinem Tisch einen Karton hervor und formt ihn zu einem Paket. ‚Viel zu klein‘, denke ich, ‚da geht doch nie alles hinein.‘  Auch er scheint das zu bemerken, aber es ist das größte Paket, das sie hier haben.  Er lehnt sich zurück und denkt nach.  
 
11.45 Uhr.
Die Schlange hinter uns wird immer größer, aber es kommt keine Unruhe auf.
Vorsichtig entfernt der Beamte einige Folien und Verpackungen unserer Waren und legt die Waren sorgfältig ins Paket, so dass jeder Winkel ausgefüllt ist.  Es geht nicht.
Mit einer Seelenruhe nimmt er wieder alles heraus und versucht es auf eine andere Weise – so lange, bis es klappt.
Liebevoll und sorgfältig verschnürt er das Paket und umfasst es großzügig mit dem Klebeband, das wir zuvor kaufen mussten.
Nun müssen wir das Paket noch wiegen lassen. – Perfekt, 10 Gramm unter dem  Limit, das zu einem Aufpreis führen würde. Geschafft.  

 
12.15 Uhr.
Mittagspause. – Und die anderen?  Die kommen eben um 14.00 Uhr wieder oder morgen. Das ist Laos – ein Land ohne Zeit und Hektik.

Alles weitere über Laos wirst du hier erfahren!

Dein Reisefreund
Jacko
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Laos – und die Zeit steht still

Ein neuer Abschnitt kommt nun auf uns zu. Unbekanntes Laos – von dem wohl die Mehrheit der Menschen nicht mal weiß, dass es existiert.
Nach letzten Berichten ist Laos eines der ärmsten Länder der Welt.
Hier gibt es weniger Tourismus als in Thailand, es ist noch nicht so lange her, dass das kommunistische Laos seine Pforten der restlichen Welt geöffnet hat.
Nachdem Thailand unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat, sind wir gespannt, was uns hier erwartet.

Laos - VientianeDie Einreiseformalitäten und Kontrollen waren entgegen meiner Befürchtung äußerst unproblematisch. Man schaute nur unsere Visa an und wollte dann gar nicht mehr über uns in Erfahrung bringen.
Geld tauschten wir gleich am Flughafen ein – 100 € in kleinen Scheinen.
Noch nie zuvor hatte ich ein größeres Bündel Geld in meiner Hand gehalten. Mein Bauchgurt reichte nicht mehr aus, meine zweite Geldtasche reichte nicht mehr aus – also, alles einfach rein in den Fotorucksack. Nachzählen – zwecklos!
Nun konnte es losgehen. Mit einem Jumbo wurden wir in die Stadt gebracht.

„Das soll die Hauptstadt sein?“ fragte Claudia und schaute sich entsetzt um.
Ihrem Gesicht nach zu urteilen hätte sie am liebsten auf der Stelle umgedreht und wäre zurück nach Thailand geflogen.

„Wenn das mal kein Fehler war, nach Laos zu gehen?“ zweifelte sie.

„Na komm, gib Laos eine Chance. Das wird schon noch. Hier sind wir sicher nur in einem Randgebiet von Vientiane.“

Aber das Randgebiet schien nicht aufzuhören und die Hotelsuche wurde zur Qual. Wir orientierten uns an den thailändischen Preisen, so im Bereich um die 5 – 10 €, aber als Claudia sich das erste Zimmer ansah war klar, dass wir hier tiefer in die Tasche greifen mussten.

Am Eingang stand ein mächtiger Inder in Herrscherstellung, gekleidet in seiner traditionellen Tracht mit einem Turban und rieb sich die Hände, als er Claudia mit seinen gierigen Blicken verfolgte. Auch im Reiseführer stand, dass hier meistens nur Inder verkehren, die ihre Visa erneuern wollen, also nicht unbedingt ein Platz, an dem man fest und tief schlafen kann.
Kaum 5 Minuten später kam Claudia herausgestürmt – wütend. Das förderte nicht gerade ihre Begeisterung für Laos.

„Stell dir vor, was die uns für ein Zimmer andrehen wollten. Gestunken hat das da drinnen und alles ist versifft und … – bloß weg hier!“ fauchte sie.
Wir machten uns auf den Weg zum nächsten Motel, wo wir uns dann ein Zimmer mieteten.

Das einzige was bisher an Großstadt erinnerte waren die Zimmerpreise. Hier war es teurer als in Thailand. Unsere Unterkunft war nicht übel aber auch nicht billig. Umgerechnete 15,- EUR sind schon ein stolzer Preis in einem Land, das angeblich zu den zehn ärmsten der Welt gehören solle. Zugegeben, die Zimmer waren schöner, geräumiger und wurden täglich gereinigt. Außerdem brachte die französische Kolonialzeit normale Toiletten ins Land – und Toilettenpapier und warmes Wasser gab es auch.

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Dein Reisefreund
Jacko
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