Muong Sing – am Ende der Welt

Muong Sing – mit dem Fahrrad zur Grenze nach China

 

muong-singWie üblich machten wir uns auf den Weg durchs Dorf, das wohl noch kleiner als Luang Namtha war, um neues zu entdecken. Ein Lastwagen, dessen Motor offen auf der Karosserie mit einigen Bügeln befestigt war und eine Tankstelle, von der das Gemisch über Pumpbetrieb in die Kanister gelang, war so ziemlich das einzige an höherer Technik, was wir hier zu sehen bekamen – aber die Menschen schienen deswegen nicht weniger glücklich zu sein.

Nachts war auch hier alles dunkel. In dem kleinen Restaurant unter unserem Zimmer gab es Kerzenschein und gutes Essen, das für jeden Magen verträglich war. In der Nähe gab es sogar eine Tanzdiele. Bis etwa 11.00 Uhr gab es für die einheimische Band Strom vom Generator, um für Unterhaltung zu sorgen.

Zu meiner Überraschung traf ich den Schotten mit seiner finnischen Frau hier wieder. Anscheinend hatte ich ihn doch für diese Gegend interessiert. Wir saßen wieder, bis die letzte Kerze erloschen war und diskutierten die meiste Zeit über den besten Freund des Menschen – den Hund.

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Die Gegend um Muong Sing ist sehr reizvoll mit grünen Hügeln umgeben. Für die etwa 12 Kilometer bis zur chinesischen Grenze, hatten wir uns für ein Fahrrad entschieden (ich hatte auch niemanden gesehen, der ein Moped vermietet hätte). Wir wollten ja mal wieder etwas für unsere körperliche Fitness tun.

Auf einer Schotterpiste ging es los, vorbei an Wiesen und Feldern, den Weg entlang zur Grenze, der in die südchinesische Provinz Yunnan führt. Das Wärterhäuschen war nur ein Holzschupfen in dem ein Posten saß, den aber nicht viel zu interessieren schien. Er machte mal nicht den Eindruck, dass er demnächst mit einer Invasion der Chinesen rechnete.

muong-singTrotzdem war das STOP in 3 Sprachen geschrieben und wohl eindeutig (das eine Schild ähnelte sehr dem unseren), da wollten wir die Arbeitsmoral des Grenzpostens in puncto Einreiseerlaubnis nicht auf die Probe stellen.

Es ist die Nähe zu China, dass es so reizt, hierherzukommen.
Ich fühle mich wie am Ende der Welt – als wäre sie eine Scheibe und hinter dem nächsten Hügel würde das Nichts beginnen.

Zurück nach Muong Sing

Als unsere Emotionen verflogen waren, machten wir uns auf den Rückweg nach Muong Sing. Diesmal ging es zum Glück öfter bergab, denn wieder einmal machte mir das Fahrrad zu schaffen.

„Jetzt reicht es aber so langsam“, schimpfte ich wütend. „Immer fällt mir der Treter herunter.“

Claudia schaute mich nur an und schüttelte den Kopf, als wenn es meine Schuld gewesen wäre, dass der Drahtesel kaputt war. Wieder mal bei so einer ungewollten Pause, kamen drei Mädchen aus einem der Bergdörfer von irgendwo her. Ich hatte sie erst gar nicht bemerkt, plötzlich waren sie einfach da.

Ihrer Kleidung nach, würde ich sie zu den Shan einstufen. Sie hatten eingesetzte Goldzähne und eine bunte Tracht. Es hätte mich schon einiges interessiert. Wer setzte ihnen die Zähne ein? War es richtiges Gold, oder war es ein anderes Material …

Dein Reisefreund
Jacko
http://www.travellerweb.de/

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