Eine Nacht in Luang Namtha

Es war Nacht, als wir in Luang Namtha ankamen – wirklich Nacht, denn es gab keinen elektrischen Strom hier und es gab nicht genügend Zimmer in dem Gästehaus, zu dem uns der Fahrer brachte.

Luang Namtha

Knobeln für eine Unterkunft in Luang Namtha

„Dann müssen wir halt knobeln, wer hier bleiben darf“, schlug der Texaner vor. „Ein Zimmer ist ja noch frei.“

„Einverstanden!“ stimmten alle zu.

So saßen wir auf dem Pick-up und von jedem Pärchen knobelte eine Person – es war das übliche internationale Spiel – Stein, Brunnen, Schere, Papier. Zweifelnd schaute der Fahrer und die Besitzerin des Gästehauses zu und wartete, bis bei uns eine Entscheidung viel. Dann war es soweit.

„Ah, ich hab’s! Ich hab’s!“ rief Claudia laut vor Freude und fuchtelte mit ihren Händen herum.

Wusste ich doch, dass man sich auf sie verlassen konnte. Es war schön, dass wir die Zimmersuche in Luang Namtha auf diese faire Weise regeln konnten, keiner wollte sich vordrängen. Diesmal war das bessere Ende auf unserer Seite und die anderen mussten weitersuchen, aber Luang Namtha war nicht so groß, da sollten wir uns bald wiedersehen.

Auf Entdeckungstour in Luang Namtha

Wir brachten unsere Rucksäcke auf das Zimmer und gingen gleich auf einen Stadtrundgang, so wie immer, wenn wir an einen neuen Platz kamen.

Das Dorf ist kaum zu finden – es ist finstere Nacht. Nur Petroleumlampen und Kerzen an den Ständen leuchten uns den Weg. Aber es ist sehr interessant, so durch die Gegend zu schlendern, wo man kaum die Hand vor Augen sieht.

Als wir zum Gästehaus zurückkamen, trafen wir die anderen wieder. Es gab nicht viele Unterkünfte hier und unser Gästehaus schien das einzige zu sein, in dem etwas Essbares zu finden war. Mit der Untermalung eines kleinen Generators hatten wir etwas Licht und Musik, aber nur bis 9.00 Uhr, dann mussten wir auf Kerzen zurückgreifen, doch das störte keinen, das machte den sowieso schon netten Abend nur noch interessanter, so wie auch unsere Unterhaltung sehr interessant war.

Interessante Gespräche

„Sag mal, wie kommt ein Texaner wie du eigentlich an den Südpol?“ fragte ich den langhaarigen Kerl, der mir eher wie einer der Baywatch-Typen aus Kalifornien vorkam.

„Tja, ich hatte noch nie Schnee gesehen. In Amerika suchten sie Leute für ein Forschungsprojekt am Südpol. Ich hatte mich beworben und sie nahmen mich“, erklärte er frisch und frei.

„Was für ein Forschungsprojekt war das“, wollte ich wissen.

„Oh, wir haben die Beschaffenheit der Gegend, die Auswirkungen der Temperaturunterschiede in der Vergangenheit auf die Eisschmelze und die Reinheit der Luft untersucht.“

„Waren dort mehrere Leute?“

„Ja, wir waren zu dritt!“

„Und wie lange seid ihr dort gewesen?“ Ich löcherte ihn ganz schön mit meinen Fragen.

„Ein Jahr.“

„Puh! Ganz schön lange.“

„Ja. Als ich nach Bangkok kam, war ich ganz schön menschenscheu. Die Leute kamen freundlich auf mich zu und ich war völlig verschüchtert.“

„Und jetzt ziehst du durch Asien?“

„Nicht nur durch Asien. Meine Freundin, die ich auf diesem Trip kennen gelernt habe, geht im Januar für immer nach Afrika. Ich ziehe dann weiter nach Europa, aber nur in die warme Gegend“, sagte er lachend. „Danach geht es dann wieder an den Südpol in die Kälte, aber diesmal nur für fünf Monate.“

Verständlich, dass er nur die warme Gegend bereisen wollte. Na, wenigstens wurde er für seine Entbehrungen fürstlich entlohnt. Ausgaben hatte er so gut wie keine, da konnte er es sich jetzt schon gut gehen lassen.

Die Chefin des Hauses sah, dass wir unseren Spaß hatten und setzte sich zu uns an den Tisch. Sie sprach sehr gut Englisch und antwortete hilfsbereit auf all unsere Fragen.

So langsam leerte sich das Lokal und die Chefin bat uns nach draußen zu gehen, bot uns aber noch Getränke an: „Da draußen sind noch zwei Tische. Wenn ihr euer Bier dort trinken könntet, dann könnte ich hier zu machen.“

„Gar kein Problem“, sagten wir, „wir wollen dich nicht um deinen Schlaf bringen.“

„Wenn ihr noch etwas wollt, klopft einfach an meine Tür.“

Travellerlatein

Aber das fiel uns nicht im Traum ein, sie und ihren Mann zu stören. Schließlich hat man ja auch ein Privatleben. Wir sorgten für Vorrat und ich setzte mich mit einem Schotten und seiner finnischen Frau an einen der Tische. Bei Kerzenlicht im Freien laberten wir bis spät in die Nacht hinein. Die beiden arbeiteten in der Sommersaison auf Mallorca und im Winter ziehen sie für vier Monate durch die Gegend – auch nicht schlecht. Auch ihnen ist auf ihrer Wanderschaft so manch lustiges und seltsames passiert, was einem erfahrenen Traveller normalerweise nicht mehr passieren dürfte – Travellerlatein. Mit jedem Bier, das der Schotte trank, wurde er lustiger und gesprächiger und mit jedem Bier fiel er ebenso immer mehr in seinen ursprünglichen, für mich nur schwer verständlichen schottischen Dialekt zurück.

Schon jetzt wusste ich, dass ich noch lange an diesen schönen Abend denken würde.

Am nächsten Morgen brachte uns die nette, hilfsbereite Chefin zum Marktplatz, wo auch die Pick-ups von Luang Namtha nach Muong Sing abfahren.

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Jacko
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Weiter nach Luang Namtha

Vorbei an Bergdörfern nach Luang Namtha

Plötzlich unerwartete Rufe, die Fahrt ging weiter – wieder etwa 5 Stunden bis Luang Namtha.

An einigen Bergdörfern vorbei, ging es immer weiter nordwärts in eine berauschende Bergwelt hinein.

Traumziel Laos

Unsere Gruppe hatte sich neu zusammengesetzt, weil einige in Richtung Vietnam weiter wollten.

Da war der große, blonde, braun gebrannte, langhaarige Texaner, der am Südpol arbeitete mit seiner Freundin aus Australien, die in zwei Monaten nach Afrika auswandern wollte. Er war sehr gesprächig und hatte immer ein ‚Sunshine-Lächeln‘ im Gesicht.

Dann das schwedische Pärchen; er sehr gesprächig, sie sehr schweigsam. Sie weinten ihrer einst so hervorragenden Regierung nach, die ja mal in Puncto Sozialplan als Musterstaat galt.

Das neu hinzugekommene französische Pärchen, das ein Jahr lang durch Südostasien tingeln wollte und ein weiterer Amerikaner, der nicht sehr mitteilsam war, teilten mit uns die Bank.

Von all denen, die mit uns in diesem Pick-up reisten, waren wir diejenigen, welche am wenigsten Zeit für diese Reise hatten. Alle anderen waren mehr als ein halbes Jahr unterwegs. Zuhause kam uns unsere Tour als etwas Besonderes vor – ich hatte zuvor noch niemanden gekannt, der ein halbes Jahr unterwegs war, aber hier in Südostasien schien das der Normalfall zu sein. In Laos hatten wir nur Kontakt zu Langzeitreisenden, Pauschaltouristen hatten wir keinen einzigen gesehen.

Traumziel Laos

Die Schönheit der Bergwelt im Norden nimmt kein Ende. Es ist nicht die Entfernung, die man zu überbrücken hat – es ist die Zeit, die man überbrücken muss.
Die Straße wird immer schlechter und es geht nur langsam voran.
Immer wieder müssen wir aus dem Pick-up aussteigen, Schlamm und Geröll machen die Fahrt zu einem Abenteuer.
Interessante Gespräche machen die Fahrt kurzweilig.
Ab und zu verstummen wir und genießen einfach nur die Szenerie, die an uns vorüber zieht – dann schweigen wir und widmen unsere Aufmerksamkeit dem Geschehen am Rande der Straße.
Wer nicht einmal auf diesem Wege durch Laos reist, hat Laos nie gesehen.Traumziel Laos

 

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Impressionen aus Luang Prabang

Luang Prabang – Ein Highlight von Laos

Lehne dich zurück und genieße die Eindrücke von Luang Prabang. Diese Stadt – oder besser gesagt – diese Gegend war ein absolutes Highlight für mich. So viele emotionale Momente gab es auf meiner 6 Monate langen Reise sonst nirgendwo.

Luang Prabang

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Ein Abend in der Disco …

… und der Morgen danach

„Ach komm schon Claudia, jetzt geh‘ schon mit mir in die Disco“, bedrängte ich sie.

„Nein, ich habe keine Lust. Da kannst du doch alleine gehen.“

„Alleine traue ich mich nicht, da drinnen ist es kuhdunkel.“

„Was ist es da? Kuhdunkel?“ Claudia starrte mich fragend an. „Ist das wieder so ein Ausdruck aus deinem Hilltribe-Dialekt?“ tretzte sie mich.

„Von was?“

„Von deinem Hilltribe-Dorf? Du kommst doch vom Land, oder? Brochenzell! Wo war denn das noch mal?“

„Ach ja! Weil Ravensburg ja so eine große Stadt ist!“

„Immerhin eine Stadt.“

„Na, was ist jetzt? Kommst du jetzt mit?“

„Na ja, einen Jungen vom Land kann ich wohl schlecht alleine gehen lassen.“

Nach unserer angeregten Diskussion über Stadt und Land hatte sich Claudia doch überzeugen lassen, dass es besser wäre, mich zu begleiten.

„Aber nicht lange“, fügte sie sofort hinzu.

Es war wirklich so dunkel dort drinnen, dass man sich nur langsam nach vorn tasten konnte. Der Schuppen war randvoll mit einheimischen Menschen, wir bekamen nur noch einen Stehplatz an einem Pfosten im Raum.

Die Band spielt harte Rockmusik aus Laos, nichts aus den Charts. Die Laoten sind ein tanzfreudiges Volk, sobald die Musik anfängt strömen alle auf die Tanzfläche und flippen eifrig umher.
Erst wenn die Band wieder eine Pause macht kehren sie zu ihren Plätzen zurück und trinken meistens Bier – und sie trinken viel und schnell.

Ich wunderte mich schon ein wenig über das Land, das zu den zehn ärmsten der Welt gehören sollte. Die meisten der Gäste waren mit Mopeds oder Autos gekommen. Fast alle tranken Bier, obwohl das für laotische Verhältnisse nicht gerade billig war. Bei vielen konnte man deutlich sehen, dass es nicht das einzige Bier war. Und dann kam etwas Merkwürdiges für mich. Fast pünktlich zu Mitternacht sprangen auf einmal alle auf, auch wenn bei manchen das Glas noch fast voll war, und strömten ohne zu nörgeln nach draußen – Zapfenstreich! Plötzlich waren wir die einzigen. Ich trank noch gemütlich aus und dann gingen auch wir.

Der Mann an der Rezeption unseres Hotels hatte uns gefragt, ob wir das Zimmer nehmen wollten, weil es zur Seite der Diskothek liegt. Aber so war das egal, wir waren eh immer die letzten, die schlafen gingen.

Viel schlimmer war der nächste Morgen. Irgendwelche Parolen, die lauthals über Lautsprecheranlagen in der Stadt verkündet wurden, weckten uns in aller Herrgottsfrühe auf. So waren wir früh genug dran, um uns auf den Weg in die Umgebung zu machen.

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Jacko
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Das Land der 1000 Regenschirme

Luang Prabang - Mönche

Elefanten sind auch hier inzwischen zu einer Seltenheit geworden, aber immer wieder trafen wir Mönche unter Regenschirmen versteckt, die sie vor der herunter brennenden Sonne schützten.

Auf den Märkten ging es ruhig und gemächlich zu. Sie waren lange nicht so bunt und vielfältig wie in Thailand. Meistens waren es Essensmärkte oder einige Stände mit Haushaltswaren. Touristenkitsch wie in Chiang Mai gab es hier nicht, dafür aber farbenprächtige Stoffe und schön gearbeitete Silberwaren.

Luang Prabang - FrisörAuch der Frisör ließ durch unsere Anwesenheit keine unbegründete Hektik aufkommen. Freundlich willigte er ein, als wir fragten, ob wir ihn bei der Arbeit fotografieren dürften.
Für die Kinder hatten wir Bonbons und Luftballons eingekauft. Zurückhaltend nahmen sie die kleinen Geschenke entgegen und bedankten sich mit einem Lächeln.

Luang Prabang - Markt

Es war wieder Zeit, etwas Essbares zwischen die Zähne zu bekommen. Und wenn wir nun schon mal auf dem Markt waren, konnten wir unser Abendessen auch hier abhalten. Es gab zwar nicht so viel Auswahl wie in Thailand, aber die Hähnchenschlegel lachten einem entgegen – und ich war mir ziemlich sicher, dass die nicht von hochgepäppelten Tieren stammten, sondern von frei laufendem Federvieh. Zum Dessert gab es dann eine saftige Melone und eine herzhaft erfrischende Ananas.

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Jacko
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Erlebnisse in Luang Prabang

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Hoch über der Stadt leuchtete Phou Si in vollem Glanze auf uns herab.

Die Jumbos standen schon an der Bushaltestelle bereit und brachten uns zu den Gästehäusern. Schon bei der Fahrt durch die Stadt wusste ich, dass es hier viel interessanter sein würde als in Vientiane.

Es war nicht einfach, ein geeignetes Gästehaus zu finden. Die wenigen günstigen Unterkünfte waren schnell vergriffen, so mussten wir für die erste Nacht nehmen, was wir bekommen konnten.

Die Wände sind so dünn, dass wir Angst haben, der Gast über uns könnte hindurch fallen bei seinem Getrampel, das er frühmorgens veranstaltet.
Anscheinend hat der nichts Besseres zu tun, als um 7.00 Uhr seine Joggingrunden im Zimmer zu drehen.
Unsere Betten haben enorme Sprungfedern, vielleicht sollten wir sie mal aktivieren und an der Decke oben anklopfen.

Man brauchte viel Überwindung, um auf die Toilette zu gehen oder zu duschen – alles war ein Gemeinschaftswesen und ziemlich versifft. Für uns hieß es nur ‚nichts wie raus!‘

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Als Erstes mieteten wir ein Fahrrad und schauten uns nach einer neuen Bleibe um. Geduld war angesagt. Im zentral gelegenen Rama Hotel war noch alles belegt; Check-out war um 12.00 Uhr, so hatten wir noch eine Chance.

Beim dritten Anlauf klappte es dann, wir hatten ein Zimmer – schön, groß, sauber, mit Warmwasser, für den gleichen Preis, den wir für unser schäbiges, kleines Zimmer zahlten. Jetzt hieß es schnell sein. Es war 11.30, ab 12.00 Uhr könnte man uns eine weitere Übernachtung berechnen.

„Was? Sie ziehen schon aus?“ fragte die Betreiberin des Gästehauses, die eigentlich ziemlich freundlich war. Wahrscheinlich war sie sich über den schlechten Zustand ihres Etablissements gar nicht bewusst.

Zwei Kinder interessierten sich sehr für uns und wollten uns helfen, das schwere Gepäck auf dem Rad zu verstauen.

Da wir unser Zimmer nun hatten, konnten wir gut gelaunt mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour durch die Stadt ziehen. Aber zuerst noch eine Stärkung in dem gegenüberliegenden Lokal. Die Gastgeber waren Chinesen und das Essen war vom Allerfeinsten. Huhn mit Pilzen und Gemüse in einer süßsauren Soße – ganz nach meinem Geschmack.

Dann ging es aber los – Sideseeing in Luang Prabang! Genau wie für Vientiane reicht auch hier ein Fahrrad völlig aus.

Zuerst mussten wir zur Polizei, um uns in der Provinz anzumelden. Die war gleich neben unserem Restaurant. Es dauerte nicht lange und kostete auch nichts. In manchen nördlichen Provinzen braucht man eine Reiseerlaubnis. Nach Mitteilung der Polizei dient es der eigenen Sicherheit sowie zur Information, wie viele Fremde sich derzeit im Gebiet befinden.

Zuerst waren wir über diese Einrichtung nicht sehr begeistert, aber im Nachhinein fanden wir es gar nicht schlecht. Wenn jemand vermisst wird, kann man über die Polizei erfahren, ob und wann diejenige Person in dieser Gegend war. Außerdem kann die Polizei über Unruhen in den angrenzenden Regionen informieren und von einer Weiterreise abraten (schon in Vang Vieng wie auch hier berichtete man von Unruhen in der Umgebung um Phongsaly). Und zum Dritten hat der Gesetzeshüter eine gewisse Kontrolle über eventuelle „schlimme Finger“ unter den Touristen.

Auf unserer Stadtrundfahrt erfuhren wir, warum Laos heute „das Land der 1000 Regenschirme“ und nicht mehr „das Land der 1 000 Elefanten“ genannt wird.

Warum – das erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel …

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Jacko
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Luang Prabang – die Fahrt durch die Berge

Eine atemberaubende Atmosphäre, wie ich sie noch nie erlebt hatte! Dies war eine der schönsten und emotionalsten Fahrten auf unseren Südostasienreisen.

Fahrt nach Luang Prabang

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Jacko
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Von Kasi nach Luang Prabang – der Weg in den Norden

Kasi - Luang Prabang

Es waren nur etwa 160 Kilometer nach Luang Prabang, aber die hatten es in sich. In Kasi standen zwei Fahrer mit ihren Pick-ups bereit, als sie hörten, dass der Bus den Geist aufgegeben hatte und total überfüllt war.

So kämpfte jeder um einen guten Platz; manch einer drängte sich gleich auf die Pritsche, andere wiederum versuchten ihr Glück auf dem Dach, um die Aussicht besser genießen zu können. Durch den fairen Preis, den die Fahrer machten, wollten alle mit – bis auf die Franzosen. Ihnen war es egal, ob sie heute oder morgen weiterkommen würden, nach dem letzten Joint war wohl Ruhe und Frieden bei ihnen eingekehrt.

Für alle die mitgekommen waren begann eine abenteuerliche Fahrt durchs Gebirge.

Kasi - Luang Prabang

Nicht allzu weit hinter Kasi überholten wir den maroden Bus wieder. Er war erneut stehen geblieben und das wahrscheinlich nicht zum letzten Mal. Frustrierte Gesichter starrten uns sehnsüchtig nach. Bei uns dagegen ging es zügig voran. Die Straße schlängelte sich weit über 2000 Meter hinauf und immer wieder kamen wir an kleinen Bergdörfern vorbei, wo Menschen entlang des Abgrundes lebten.

Kinder kommen aus ihren Hütten gerannt, winken uns zu und rufen:
„Sabai Dii! Sabai Dii!“
Die Alten lachen uns entgegen und die Jungen rennen uns hinterher.
„Sabai Dii!“ erwidern auch wir. Und ich hatte Tränen in den Augen –
begeistert von der Freundlichkeit und dem Interesse, das sie uns
entgegenbringen.

Am Anfang war alles sehr schön. Wir waren ein buntes Gemisch vieler Nationen – Franzosen, Norweger, Schweden, Amerikaner, Deutsche, Japaner, … Die Sonne brannte herunter und wir waren für den Fahrtwind dankbar, der uns etwas Abkühlung verschaffte. Es war eng auf den Pritschen, aber die atemberaubende Aussicht auf die Berge entschädigte für alles. Auch oben auf dem Dach schien eine gute Stimmung zu sein, manchmal hätte man meinen können, es sei eine Party im Gange.

Träge schleppten sich unsere beiden schwer beladenen Pick-ups immer weiter hinauf; höher und höher – bis über die Wolken.

Kasi - Luang Prabang

Die Fahrt zog sich lange hinaus. Bergauf, bergab und wieder hinauf. Allmählich verschwand die Sonne hinter den Bergen und wir rückten gerne noch etwas näher zusammen, es wurde bitterkalt.

Auf dem Dach war längst Ruhe eingekehrt und sie hatten ihre wärmste Kleidung herausgekramt. Unten wurde ein rotierendes System eingeführt; die auf dem Gitter hockten, konnten das auf keinen Fall die ganze Strecke durchhalten. Auch Claudia nahm beim nächsten Stopp alles an warmen Klamotten heraus, was sie dabei hatte. Nur einem zehnjährigen Jungen schien die Kälte nichts auszumachen, er unterhielt die ganze Gruppe.

Er war das Produkt einer englischen Frau und eines Mannes indischen Einschlags. Sie lebten in Singapur und der Junge wurde so richtig multikulturell erzogen. Er sprach mehrere Sprachen, darunter auch ein wenig Mandarin. Als der Knirps dann auch noch zu singen anfing, lebten die Leute auf dem Dach wieder auf. Singen macht warm und vertreibt die Zeit. Allzu lange konnte es ja nicht mehr dauern, es war schon seit einer ganzen Weile dunkel.

Gegen 9.00 Uhr war es dann soweit. Sechs Stunden hatten wir etwa gebraucht, bis wir in Luang Prabang angekommen waren. Obwohl der Kälte zum Schluss, war ich glücklich darüber, solch eine Fahrt erleben zu dürfen. Nur selten zuvor hatte ich Ähnliches erfahren, was so viel Atmosphäre in sich verbirgt.

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Nam Ngum und Vang Vieng

Impressionen vom Nam Ngum Stausee und dem malerischen Vang Vieng:

Schaut euch das Video an!

Nam Ngum & Vang Vieng

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2 Tage in Vang Vieng

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

„Wann fährt denn morgen der Bus nach Luang Prabang“, fragte Claudia den Besitzer des Restaurants als er uns die Suppe brachte.

„Um 10.00 Uhr … oder um 11.00 Uhr“, war seine unschlüssige Antwort.

„Und wo fährt er ab?“

„Hier in der Straße.“

„Ah, das ist ja gut. Da können wir ja gleich hier noch frühstücken“, schlug Claudia zufrieden vor.

Dann müssten wir halt schon um 9.30 im Restaurant sein, das wäre kein Problem.

Auf meiner nächtlichen Tour durch Vang Viengs Straßen bekam ich noch einmal Hunger. Ich kehrte in einer anderen Kneipe ein und wollte etwas essen, konnte aber die Speisekarte nicht lesen.

„Was ist das für eine Suppe“, fragte ich den Wirt freundlich und zeigte auf den Tisch, an dem Einheimische aßen.

„Das ist dasselbe wie das hier aber anders“, erklärte er etwas verwirrend und hielt mir einen Teller entgegen.

‚Aha – same same but different!‘ dachte ich und bestellte eben.

‚Same same but different scheint der Spruch in Laos zu sein.

Schon bei der Zimmersuche fiel uns auf, dass die Leute hier sehr häufig diesen Slogan verwenden.

Ein Mann wollte wissen, warum er den gleichen Preis für ein Zimmer bezahlen musste wie wir, da wir doch zu zweit wären. Aber die nette Vermieterin ließ sich nicht beirren – ‚same same but different‘ war das Motto; unser Zimmer war gleich groß und gleich ausgestattet wie das des Mannes, das war ‚same same – nur, wir waren zu zweit, das war ‚different‘.

Dafür hatten wir ja auch weniger Platz.

Nach dem Essen fragte ich diesen Wirt nochmals nach dem Weg zur Bushaltestelle, und dieser Wirt wusste eine andere – oder besser gesagt, er war sich nicht schlüssig.

„Manchmal hält er da draußen an der Hauptstraße, manchmal fährt er aber auch in den Ort hinein. Dann fährt er da vorne ab“, erklärte er und zeigte in Richtung des anderen Restaurants.

„Und wann?“

„Um 1.00 Uhr.“

Nun hatten wir zwei Haltestellen und drei verschiedene Abfahrtszeiten. Ein anderer Traveller sah wie ich grübelte und setzte sich zu mir, er hatte unser Gespräch mitgehört.

„Vergiss es, du kriegst hier keine richtige Antwort. Ich fahre morgen früh um 6.00 Uhr nach Kasi, dann bin ich schon mal ein Stückchen weiter“,  sagte er.

„Oh, nein! Das ist mir zu früh. Da werden wir es wohl um 10.00 Uhr     versuchen.

So war es dann auch. Claudia und ich frühstückten zuerst einmal in dem Restaurant an der Haltestelle und warteten sehnsüchtig auf den Bus, aber das einzige was kam, war ein völlig überfüllter Pick-up, der zwar Claudia noch mitgenommen hätte, aber nicht mehr mich. Claudia wollte mich aber nicht allein lassen, also warteten wir gemeinsam auf den nächsten Bus.

Vang ViengInzwischen war es fast 12.00 Uhr und weit und breit immer noch kein Bus zu sehen. Mit uns hatten fünf Franzosen vergeblich gewartet.

„Wie wäre es, wenn wir bis zur Kreuzung laufen, wo die beiden Straßen zusammentreffen. Da muss der Bus auf alle Fälle vorbei“, schlug ich vor.
Mit den fünf Franzosen im Schlepptau marschierten wir zur Kreuzung und warteten in brütender Mittagshitze auf die einzige Möglichkeit, nach Luang Prabang zu gelangen.

 

Ein kleines Haus in einer Kurve spendete uns ein wenig Schatten.

Mit einem selbstgebastelten Ball vertrieben sich die Franzosen die Zeit. Dann – plötzlich – kurz nach 1.30 Uhr ein lautes Geräusch: Whumm! – Tut… Tut…Whumm!“ und vorbei war der einzige Bus in den Norden.

Verzweifeltes Hinterherwinken, doch keine Reaktion des Fahrers. Er hatte uns wohl hinter dem Haus nicht gesehen.

Wir setzten uns wieder in den Schatten und warteten. Trotz unserer ausweglosen Lage, am heutigen Tag noch weiter zu kommen, war niemand schlecht gelaunt oder nervös.

„So, was machen wir jetzt?“ fragte ich einfach mal so in die Runde.

Fragende Blicke antworteten mir, dann zündeten die Franzosen erst mal einen Joint an und Claudia stärkte sich mit einer Orange.

Ein geschäftstüchtiger Pick-up Fahrer hatte unsere missliche Lage wohl erkannt und wollte uns für 100 US-$ nach Luang Prabang fahren – weit überzogen! Unser ignorierendes Lächeln vertrieb ihn wieder.

Claudia stand mitten auf der Straße und hielt nach sämtlichen Richtungen Ausschau.

„Hey, was ist das?!“ rief sie ungläubig als hätte sie eine Fata Morgana gesehen. „Ein Bus!“

Und tatsächlich kam gegen alle Erwartungen ein Bus aus Vang Vieng herangefahren, der anhalten musste, sonst hätte er Claudia überfahren.

Kasi, Kasi?“ rief sie hinein und ein freundliches Nicken strahlte nach draußen. Der Bus war brechend voll, aber irgendwo fand man noch ein Plätzchen für uns und unsere Rucksäcke. Ich hatte einen Logenplatz gleich neben dem Fahrer.

Wieder erreicht mich eine neue Erfahrung auf unserer Reise.
Truthahn, Hühner, Enten, Schweine und anderes Vieh – die Größten von ihnen sind die Wasserbüffel – schlendern gemächlich die Straße entlang und denken nicht daran beiseite zu gehen.

Vang Vieng
Kinder spielen am Straßenrand und winken uns entgegen. Mit unvermindertem Tempo prescht der Bus in Schlangenlinien, um den Tieren auszuweichen, durch den Ort.
Erst wenn der Fahrer auf die Hupe drückt, weiß Kind und Vieh, daß es von der Straße flüchten muß.
Die Busfahrer sind gefordert auf diesen Straßen. Mit viel Umsicht und Geschick manövrieren sie die überfüllten Busse an den Hindernissen vorbei.

Die Fahrt wurde immer interessanter, es ging nun immer weiter in die Bergwelt hinein.

„Da vorne ist der Bus nach Luang Prabang“, deutete der Fahrer an. Aber, so wie das aussah, half uns das nicht viel. Der Bus stockte und qualmte immer mehr und als unser Fahrer zum Überholen ansetzte, blieb der andere Bus ganz stehen.

Glück im Unglück – denn das war sicher nicht die erste unfreiwillige Pause, die er einlegen musste, sonst hätten wir ihn nie eingeholt. Aber wie sollten wir jetzt weiterkommen?

In Kasi trafen wir noch andere Traveller, die auf der Strecke geblieben waren. Auch Günter, der Deutsche aus Vang Vieng, der sich schon um 6.00 Uhr auf den Weg gemacht hatte, war nun auch noch nicht weiter als wir.

Der liegengebliebene Bus war wieder in Gang gebracht worden und hatte nun auch schnaubend und krachend Kasi erreicht. Aber er war schon so voll, dass er nur noch drei weitere Personen aufnehmen wollte. Es war eh ein Unding, dass man mit ihm die schwierige Strecke weiterfahren wollte.

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