Nordwärts in Laos

Der wilde Norden von Laos

Wer noch weiter in den Norden von Laos reisen will, muss sich im Klaren sein, dass man hier vergeblich nach schönen Tempelanlagen oder geschäftigem Treiben sucht, dass es ja schon kaum in den laotischen Städten gibt. In den meisten Gegenden gibt es nur für begrenzte Zeit Strom von dem Generator und Licht von der Petroleumlampe.

Laos Norden

Der Reichtum des Nordens von Laos liegt in der urwüchsigen Landschaft, den wilden Bergzügen mit ihren Dörfern und den Völkern in ihren traditionellen Trachten. Der Weg ist beschwerlich, doch wer ihn geht, wird begeistert sein.

Nach Berichten von anderen Traveller die Richtung Süden zogen, waren in Phongsaly Militärstreifen unterwegs, die die Gegend sichern sollten. Anscheinend gab es Probleme mit einigen Bergvölkern, die gegen den Tourismus waren (was ich mir nicht so recht vorstellen konnte). So war diese reizvolle, wilde Gegend zur Weiterreise gesperrt, aber wir wollten an die chinesische Grenze. So sollte unser Weg nun über Muong Say (Oudomsay) nach Luang Namtha und dann nach Muong Sing führen.

Um 7.00 Uhr morgens trotteten wir schwer beladen unter den Augen kopfschüttelnder Laoten zu den Bussen (oder besser gesagt zu den Pick-ups).

Neue Erfahrungen

In Pak Muong gab es wieder etwas Neues für uns zu probieren. Süßes Gebäck, das sehr lecker schmeckte. Aber es gab auch noch etwas anderes Neues – Ratten am Spieß!

Von uns traute sich keiner an sie heran, obwohl sie ja sehr gut schmecken sollen. Einige mal ging ich an ihnen vorbei, dann hatte ich mich entschieden, sie zu probieren – zu spät. Einheimische hatten mir die Ratten vor der Nase weg geschnappt.

Unsere Gruppe war wieder einmal international und sehr unterhaltsam, so kam uns der Weg nach Muong Say gar nicht mehr so lang vor. Hier war dann Endstation für unseren Fahrer und wir mussten wieder um einen Sitzplatz in einem anderen Pick-up kämpfen. Aber dieses Mal war das nicht sehr schwierig, es stand schon ein anderes Fahrzeug bereit. Der Fahrer wartete wieder so lange, bis sein Gefährt proppenvoll war und man nicht mehr gemütlich sitzen konnte. Als es noch bequem war, wollten wir dem Fahrer einen zusätzlichen Platz bezahlen, dass er endlich abfahren könnte, aber irgendwie denken die Menschen hier anders. Er wartete lieber, bis ein weiterer Fahrgast seine Dienste in Anspruch nehmen wollte, obwohl wir ihm mehr bezahlt hätten. Für uns ‚Westler‘ unbegreiflich, denn Zeit ist doch Geld. Aber Zeit haben sie hier genug. So blieb auch für uns genügend Zeit für eine weitere gute Suppe und einer Sitzung in einer Stehtoilette hinter einem Wellblechverschlag ohne Tür. Claudia musste dringend mal und ich war ihr Türsteher.

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Jacko
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Die Pilgerstätte Tham Thing

Impressionen einer Bootstour auf dem Mekong zur Pilgerstätte Tham Thing

Wir wollten zur Höhle Tham Thing, die nur mit einem Boot erreichbar war. Zum Glück musste man sagen – die Bootstour auf dem Mekong war unbeschreiblich schön, auch wenn das laute Geräusch des Motors manchmal störte.
Wir hatten uns extra für ein normales Boot entschieden, die Motoren der Speedboote machen noch mehr Krach.

Wie die Tour auf dem Fluß verlief, könnt ihr in dem Video sehen.

Tham Thing Höhle

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Luang Prabang – die Fahrt durch die Berge

Eine atemberaubende Atmosphäre, wie ich sie noch nie erlebt hatte! Dies war eine der schönsten und emotionalsten Fahrten auf unseren Südostasienreisen.

Fahrt nach Luang Prabang

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Jacko
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Nam Ngum und Vang Vieng

Impressionen vom Nam Ngum Stausee und dem malerischen Vang Vieng:

Schaut euch das Video an!

Nam Ngum & Vang Vieng

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Jacko
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Vang Vieng – same same but different

Vang Vieng

Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Selbst auf einem Ölgemälde könnte es nicht schöner sein. Wild zerklüftete Kalksteinfelsen reihen sich entlang eines ruhig dahinströmenden Flußes, der den schönen Namen ‚Nam Song‘ trägt.
Die Ruhe der Gegend geht in mich über und ich fühle mich leicht und frei.

Noch war das Wasser sauber, aber der Weg zur nächsten Brücke ist weit. Die Einheimischen versuchten manchmal den Fluss mit ihren Traktoren oder mit dem Lastwagen zu durchqueren. Die Problematik der Umweltverschmutzung ist noch nicht bis in diese Gegend vorgedrungen.

Inzwischen gibt es auch Strom aus der Steckdose, die Menschen sind nicht mehr auf Generatoren angewiesen. Das kleine Städtchen wurde vom Fortschritt eingeholt und auch dieser Ort ist nicht mehr der Geheimtipp, der er noch vor einiger Zeit war. Trotzdem, die Umgebung um Vang Vieng ist etwas fürs Auge und für die Seele – ein schönes Fleckchen Natur mit einer unglaublichen Szenerie. Und viele Traveller wissen das auch zu schätzen und halten hier nicht nur für kurze Zeit auf ihrer Durchreise nach Luang Prabang.

In der Umgebung gibt es viel unberührte Natur und einige Höhlen zu entdecken, zum Leidwesen mancher Eltern, denn immer wieder hört man, dass einige Kinder vom Spielen nicht wieder nach Hause kamen.
Deshalb wird auch heute noch dem Erdgeist nach alter Tradition ein Opfer gebracht.

Die eine Höhle ist nicht weit vom Ort auf der anderen Seite des Flusses. Man kann sich mit dem Boot für einen geringen Betrag übersetzen lassen oder sich auf den Weg zur Fußgängerbrücke machen. Das ist nicht uninteressant, denn so lernt man das alltägliche laotische Leben hautnah kennen.

Frauen sitzen unter ihren Häusern und weben auf altmodische Weise Decken oder Kleider. Draußen auf den Straßen treiben die Bauer das Vieh herein.
Kinder und Kleintier spielen auf den Straßen – es ist alles so ruhig und friedlich hier.
An einem kleinen Stand verkauft jemand etwas Eßbares, das ich probiere.
Was es ist, weiß ich nicht – verdammt zäh, das ist es!

An der Brücke muss man dann einen kleinen Obolus entrichten. Ein geschäftstüchtiger Mensch (unserer Meinung nach kein Laote) hat dort ein Ressort errichtet und kassiert für das Überqueren der Brücke – oder die Besichtigung des Ressorts, wenn man so will – Wegezoll.
Allerdings hatte er auch dafür gesorgt, dass man zur oberen Höhle nicht mehr kraxeln muss, sondern auf Betonstufen nach oben kommt.
An der unteren Höhle kann man sich in kühlem Wasser erfrischen, will man weiter hinein, muss man schwimmen.

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Jacko
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Der Nam-Ngum-Stausee – Auf der Gefängnisinsel

Nam-NgumStausee„Na, so ganz wohl fühle ich mich in meiner Haut noch nicht“, sagte ich zu Claudia, als wir mit unserem schweren Gepäck durch das ärmliche Dorf am Nam-Ngum-Stausee in Laos schlenderten.

Die Leute starrten uns an, begrüßten uns aber mit einer zurückhaltenden Freundlichkeit. Sie freuten sich, wenn wir in ihrer Sprache antworteten. Leider war „Sabai Dii“ (Guten Tag) das einzige, was wir bisher sagen konnten.

Die Sprachbarriere blieb bestehen. Englisch war in dieser Gegend ein Fremdwort, obwohl Amerika irgendwann versucht haben musste, hier Fuß zu fassen. Überall hingen riesige Werbeplakate von Marlboro und Pepsi, wobei Coca Cola nahezu fremd war.

Auch von den Fastfood Ketten blieben die Menschen hier in Laos noch verschont. So blieb der alte Mann mit dem Boot, der uns auf die kleine Insel übersetzte, der Einzige, mit dem wir uns unterhalten konnten.

Nam-Ngum-StauseeDie Insel war eher ein Inselchen, die man in zehn Minuten umrundet hatte – abgeschieden von der Außenwelt, ein Platz zum Erholen. Dafür war das Haus wohl die schönste Unterkunft auf unserer langen Reise; ein Herrenhaus mit Marmorboden und klassischen Möbeln. Nur noch ein einziges Pärchen bewohnte mit uns dieses große Haus (7 Zimmer) und die beiden bekamen wir auch nur einmal zu Gesicht.

Als wir Hunger bekommen winken wir zur Nachbarinsel, auf der ein Restaurant steht. Eine Frau holt uns mit ihrem Boot ab und nimmt uns mit rüber. Claudia hat ihre Geldtasche am Ufer Nam-Ngum-Stauseeunserer Insel vergessen – was soll’s, es ist ja eh niemand da und wir sehen hinüber.
Es gibt nicht viel auf der Speisekarte zu wählen, das meiste können wir sowieso nicht lesen, aber das was es gibt, schmeckt gut.
Wir sitzen hier im Wohnzimmer dieser Familie, schade, dass wir nicht mit ihnen reden können.
Während wir unser Candlelight-dinner genießen, legen sich die Jüngsten schon schlafen.

Um 9.00 Uhr wurde der Generator abgestellt und alles spielte sich nur noch unter Mondlicht und Kerzenschein ab – romantisch.

Nach unserem Dinner brachte uns die Frau wieder zurück. Die Geldtasche lag am selben Platz, wo Claudia sie vergessen hatte. Auch in unserer Unterkunft gab es nur Kerzenlicht, aber eigentlich brauchte man hier auch nicht mehr.

Am nächsten Tag, pünktlich um 10.00 Uhr holte uns der alte Bootsmann wieder ab und brachte uns ans Festland zurück.

Nam-Ngum-Stausee

Wir schlenderten durch den kleinen Ort, der eigentlich nur aus zwei Straßen bestand und schauten, was es auf dem Markt so alles gab. Claudias Hunger war so groß, dass sie alles gegessen hätte.
Wir versuchten eines der Landesgerichte, dass sich wohl auch noch aus der Kolonialzeit eingebürgert hatte – ein französischer Weißbrotstängel, belegt mit pikant gewürzter Rindswurst und einer scharfen Soße darüber.

Danach könnten wir eigentlich weiter – wenn es irgendein Fahrzeug geben würde, dass uns hier wegbringen wollte.

Eine halbe Stunde sitzen wir jetzt schon bei einer Gluthitze auf der harten Bank eines Pick-ups und warten. Auf was und wie lange warten wir noch? Man deutete an, um halb zwölf würde man fahren. Jetzt haben wir zwölf.
Der Fahrer zeigt mit seinen Fingern acht an. Jetzt begreifen wir. In Laos fährt man nicht nach Uhrzeit – in Laos fährt man, wenn der Pick-up voll ist, und zwar so voll, daß man nicht mehr bequem sitzen kann.
Dicht gedrängt teilen wir uns eine schmale Bank, unsere Füße müssen wir irgendwie übereinanderschlagen oder zwischen Kartoffelsäcken verstauen.
Lebendige Hühner, denen die Füße zusammengebunden sind, werden einfach unter die Bank geschleudert als wären sie gefühllose Gegenstände. Manchmal versuchen sie sich zu befreien und picken einem in die Füße. Die schlechte Behandlung der Lebewesen schlägt mir etwas auf den Magen.

Aber was sollte man tun? Mit den Menschen über Tierschutz zu reden   hätte wenig Sinn, sie würden es nicht verstehen – zum Einen der Sprache wegen und zum anderen konnte man nicht verlangen, dass Menschen sich über das Wohlergehen der Tiere Gedanken machen, die selbst ums Überleben kämpfen müssen. Allerdings hatte ich bisher nie den Eindruck bekommen, dass es den Menschen hier schlecht ging oder dass jemand Hunger leiden müsste.

Endlich, so gegen 1.00 Uhr als neun Personen und jede Menge Hühner sich die Bänke teilten, ging es los nach Thalat.

Eine direkte Verbindung nach Vang Vieng gab es nicht, so mussten wir auf einen anderen Pick-up umsteigen.

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Jacko
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Laos und der Nam-Ngum-Stausee

Diejenigen, die auf dem Landweg durch Laos reisen, sollten eventuell diesen Ort in die Planung mit einbeziehen.

Laos - Nam-Ngum-Stausee

Der Nam-Ngum Stausee liegt in einer landschaftlich angenehmen Gegend, umgeben von Bergen bis zu 1500 Meter Höhe. Hier wurde das größte Wasserkraftwerk des Landes geschaffen.

Die Spitzen einiger Hügel ragen aus dem See wie Inseln und dienten früher als Umerziehungslager für Prostituierte und Kriminelle – die so genannten „Fraueninsel“ und Männerinsel“.

Heute dient der See der Fischerei, dem Bootsbau und vor allem der Holzgewinnung. Unter Wasser wurden größere Gebietsabschnitte bewaldet. Nach langer Zeit unter Luftabschluss ist das Holz nun wegen seiner guten Qualität sehr begehrt und wird auf abenteuerliche Weise von Tauchern geschlagen und nach oben gebracht.

Auch der Tourismus wurde entdeckt. Prunkbauten, die früher Ministern und anderen „Großköpfen“ zugute kamen, werden nun als Gästehäuser zu anständigen Preisen an Reisende vermietet. Allerdings hält sich die Anzahl der Besucher noch in sehr bescheidenem Maße. Vielleicht ist das auch ein Glück für diese Region.

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Laos – Die Weiterreise

Am Morgen bevor es weiter ging trafen wir noch ein tschechisches Pärchen, das sehr gut Deutsch sprach. Wir unterhielten uns mit ihnen und unsere Begeisterung für Laos und Vietnam stieg nach dieser Unterhaltung rapide an. Diese Zwei hatten die Reise durch Laos und Vietnam schon einmal   angetreten und waren so begeistert, dass sie die Tour wiederholen wollten. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir dieses Paar trafen.

Wir wollten aber nun aus Vientiane hinaus in Richtung Norden zum Nam-Ngum-Stausee, aber es war gar nicht so einfach dorthin zu kommen. Zum ersten Mal erfuhren wir, was es heißt, in Laos zu reisen.
Auf dem Landweg waren es nur etwa 100 Kilometer. Laut Reiseführer sollten viele Busse nach Thalat fahren, „private sowie staatliche“, doch das musste sich wohl geändert haben. Wie und wen wir auch fragten, die Antwort blieb die gleiche: „Heute fährt kein Bus, erst wieder in 3 Tagen.“

„Wie? Erst wieder in 3 Tagen?“ fragte Claudia ungläubig. „Im Reiseführer steht viele Busse würden fahren. Dann schauen wir eben nach den privaten Bussen.“

Aber, was war nun eigentlich ein privater Bus? Das stand in unserem Reiseführer nicht beschrieben. Wir unwissenden Traveller hielten Ausschau nach einem großen, Gefährt, dass so aussah wie ein Bus – wie es sie auch in Thailand gab, doch solche waren nirgends zu sehen.

Laos - UnterwegsJa woher sollten wir denn auch wissen, dass es sich um Pick-ups (in Thailand Songthaews ) handelte.

Nach langem Fragen und Feilschen fuhr uns dann ein Mann mit seinem Jumbo für 15000 Kip (von 70 000 herunter gehandelt) in eineinhalb Stunden zu unserem See.

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Jacko
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Laos – Die Umgebung von Vientiane

Vientiane Friedensbrücke

Unser Weg führte nun aus Vientiane heraus. Etwas außerhalb wurde im April 1994 die Freundschaftsbrücke eröffnet. Hier bekommst du ohne bürokratischen Aufwand ein Visum und kannst auf dem Landweg von Thailand nach Laos gelangen.

Unserer Meinung nach ist es trotzdem ratsam (wenn man Zeit hat) schon vorher nach einem Visum zu schauen, dann bist du nicht von der Gunst eines Beamten abhängig. Außerdem sollte die Brücke (deshalb auch Friedensbrücke genannt) für Frieden und zum gegenseitigen besseren Verständnis zwischen den beiden oftmals zerstrittenen Nachbarn beitragen.

Ein Stückchen weiter auf der Straße in Richtung des Buddha-Gartens erreichten wir dann den Kulturpark der Völker von Laos (Ethnic Cultural Center), von dem wir sehr enttäuscht waren. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes; zur Hälfte war es ein Zoo mit nicht artgerecht gehaltenen, abgemagerten Tieren in verdreckten Käfigen, zur anderen Hälfte ein Park.

Mein Wunsch, mehr Informationen über die verschiedenen Völker und Traditionen über die laotische Bevölkerung zu bekommen, wurde nicht erfüllt. Allerdings muss ich fairerweise hinzufügen, dass der Park sozusagen noch im Rohbau stand. In Laos geht alles etwas langsamer dahin. Es sollen mal traditionelle Wohnhäuser der einzelnen Völkergruppen zu sehen sein, und auch traditionelle Tanzvorführungen und Gesangsdarbietungen soll es geben. Dazu sollen handgearbeitete Produkte und typisches Essen aus den verschiedenen Provinzen angeboten werden. Wird dieser Wunschtraum verwirklicht, dann ist das Ethnic Cultural Center sicherlich ein interessantes Ausflugsziel – aber wann wird das sein?

Buddha-Garten

Der Weg führte uns immer weiter weg von Vientiane und endlich, nach langen 35 Kilometer auf einer holprigen, staubigen Straße waren wir da. Wir waren am Buddha-Garten oder am Wat Xieng Khuan wie es in der Heimatsprache heißt.

Buddha-GartenAuf schmalen Stufen und in Rundgängen geht es im Inneren hinauf.
Es ist mystisch, fast unheimlich.
Erst der Eingang durch das geöffnete Maul, dann die Enge in der Dunkelheit… – ich fühle mich wie in einem Verließ.

Immer wieder kann man durch schmale Luken in Innenräume schauen und mit viel Phantasie leidende, sich in Schmerzen windende Gestalten erkennen – denn Leben ist Leiden (so heißt es im Buddhismus).

 

Buddha-Garten

Der Park war übersät mit riesigen dämonenhaften Wesen aus der indischen, buddhistischen und laotischen Mythologie. Durch den Topf (ein großes rundes Gebäude) kann man nach oben steigen und einen herrlichen Ausblick über das Gelände genießen.

Oben trafen wir auf ein paar Jungs im Alter von 12 – 15 Jahren, kahl geschoren und in ihren orangefarbigen Roben. Sie taten das, was in Laos jeder Mann einmal im Leben tun sollte – eine Zeit lang Mönch sein und auf jegliches Hab und Gut zu verzichten. Und so waren auch sie für drei Monate jeden Morgen kurz nach Sonnenaufgang mit ihrer Opferschale unterwegs, um nach Almosen zu betteln. Mönche leben nur von den Gaben der Gläubigen.

Vientiane Buddha Garten

Die jungen Kerle redeten gerne mit uns und testeten so ihr Englisch, auch mit Claudia. Vorbei war das Klischee, Mönche dürften nicht mit Frauen reden und sie schon gar nicht berühren. Sie verabschiedeten sich sogar mit einem westlichen Handschlag. Ihre Einladung zum Tee schlugen wir leider aus, was mir im Nachhinein sehr leid tat, denn eine Einladung abzulehnen gilt bei vielen Asiaten als Beleidigung und das wollten wir in keinem Falle – aber wie das bei uns Europäern häufig der Fall ist, rannte auch uns wieder einmal die Zeit davon (was für die Menschen in Laos sicher nur sehr, sehr schwer zu begreifen ist).

Vientiane Buddha-Garten

Vientiane - Buddha-Garten

Vorbei an dem Dämon Nyak der das Mädchen Nang Sida raubt und an einem laotischen Pärchen, das einem übermäßigen Fabelwesen Gaben zum Opfer bringt, kommt man zu Phra Ouma, der Mutter der Unterwelt.

Bevor sie uns in ihren Bann zog, verabschiedeten wir uns vom Buddha-Garten und machten uns auf den Rückweg nach Vientiane. So waren wir nun doch wieder besänftigt, aber wäre dieser Park nicht gewesen, wäre Vientiane eine herbe Enttäuschung geworden.

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Dein Reisefreund
Jacko
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Die Planung und die Suche nach dem Reisepartner

Autor: Eva Galvan-Wagener

Ich fühlte mich sicherer, wenn noch jemand mitreisen würde und mir fiel auch spontan die perfekte Reise-partnerin ein. Sabine natürlich, mit ihr war ich schon in Mexiko unterwegs. Sie würde sich ebenso für eine längere Tour begeistern können wie ich.

Ich rief sofort bei ihr an und berichtete von meiner absolut genialen Idee. Jubelstürme am anderen Ende der Leitung sagten mir, dass ich mich nicht getäuscht hatte – Sabine war die richtige für dieses Abenteuer. Sie war von dem Gedanken einer langen Reise völlig aus dem Häuschen. Ein Redeschwall plätscherte durch die Leitung auf mich zu und für sie stand auch schon fest, wohin die Reise gehen sollte.

Südostasien natürlich! Wohin sonst?“, brüllte sie durchs Telefon. „Das ist das perfekte Ziel für Langzeitreisende.“

Autor: Herbert Jeckl

Sie schwärmte von ihrem letzten Urlaub in Thailand und träumte von Vietnam, schon war das Ziel gesteckt. In diesem Punkt waren wir uns also einig.

Die nächsten Wochen schwebte ich nur noch dahin und sah meinen Traum immer mehr zur Wirklichkeit werden. Wir telefonierten häufig miteinander und führten stundenlange Gespräche – bis dann der 8. Juni kam.

Sabine hatte ihren Traummann gefunden und sich Hals über Kopf verliebt.

„Wie kannst du unsere Tour nur wegen einem Kerl abblasen wollen?“, fragte ich schockiert. Das war mir unbegreiflich.

„Ja…, und dann habe ich noch die Chance, mich beruflich weiterzubilden, …und überhaupt, …und, …und, und…“, druckste sie herum.

„Hallo, hallo! Mayday – Mayday! Beamt mich wieder herunter!“

All meine Versuche, sie zu überreden waren vergebens. Sie hatte ihren Entschluss gefasst und ich fiel von Wolke 7 wieder hinunter auf die Erde. Aber ich wollte meinen Plan nicht aufgeben. Ich leckte meine Wunden und machte mich auf die Suche nach einem neuen Reisegefährten. Ich hätte mir im Alter sonst wohl immer vorgeworfen: „Mensch, warum hast du es nicht gemacht? Warum warst du zu feige?“

In meinem Bekanntenkreis gab es leider niemanden, dem die Sache so viel wert gewesen wäre, um seinen Job einfach an den Nagel zu hängen – also weiter; ich versuchte es mit einer Zeitungsanzeige und Flugblättern, die ich an die Tramper-Shops hing.

Meine Anzeige war so neutral gestaltet, dass niemand mitbekam, ob ich Männchen oder Weibchen bin.

Spontan und reisebegeistert, so wie ich? Dann melde dich!

Suche Reisepartner für einen Trip von September bis Mai.

Wohin? – Südostasien!

Somit wusste niemand, dass ich weiblich, 28 und ledig war. Wenn jemand anrufen würde, dann also nur, weil es ihm um die Reise ginge.

Das Telefon blieb stumm und ich startete meinen nächsten Versuch mit einem Reiseinterview bei SWF 3.

Es dauerte seine Zeit, bis der erste Anruf kam. Er hieß Wolfgang und hatte eine sympathische Stimme. Zudem hatte er anscheinend auch schon öfters lange Rucksacktouren unternommen und hatte somit also auch Reiseerfahrung. Ich konnte keinesfalls einen Begleiter brauchen, den ich die ganze Zeit hinter mir herziehen müsste.

Wir verabredeten uns auf halber Strecke an einem neutralen Ort. Der Bahnhof schien mir die richtige Atmosphäre zu bieten.

„Groß, blond, blauäugig und Mitte 30!“ So hatte er sich beschrieben. Aber so sehr ich auch suchte, es gab hier keinen einzigen Mann zu dem diese traumhafte Beschreibung gepasst hätte. Also setzte ich mich erst einmal hin und wartete. Nach etwa zehn Minuten kam ein Kerl zu mir herüber und fragte: „Bist du Claudia?“

„Ah – ja …“, stotterte ich.

Ich war sprachlos. Er war klein, hatte schütteres angegrautes Haar und einen Teddybär Bauch – also eigentlich genau das Gegenteil seiner Beschreibung. Verdutzt saß ich da und war zum Teil erstaunt über sein Selbstbewusstsein, aber anderseits war ich enttäuscht, dass er mich angelogen hatte. Wie sollte da das Vertrauen zustande kommen, das man für eine lange, gemeinsame Tour braucht? Wobei mir sein Aussehen ja egal war. Schließlich suchte ich nach einem Reisepartner und nicht nach einem Lebensgefährten. Wir unterhielten uns eigentlich ganz nett und hatten auch gemeinsame Interessen; bis er dann auf den Punkt kam und so ganz nebenbei erwähnte, dass man ja eine lange Zeit zusammen unterwegs wäre und neben dem Austausch der neu gewonnenen Eindrücke von der Reise, würde sich auch ein Austausch von Zärtlichkeit kaum vermeiden lassen – …so, bei einem romantischen Sonnenuntergang unter Palmen, womöglich auch noch bei einem Gläschen Sekt.

Also, für ihn war körperlicher Kontakt inbegriffen, mit ihm wollte ich das Zimmer lieber nicht teilen. Die Sache war für mich erledigt und ich widmete mich meinem nächsten Kandidaten.

Er war Agrarbiowissenschaftler oder so ähnlich. Das hörte sich ja ganz vielversprechend an, aber als er dann nach einem zweistündigen Monolog endlich eine Pause einlegte, wusste ich, dass auch er nicht der richtige für mich war. Jetzt wusste ich zwar alles über das Klonen eines Weizenkeimes und über die Düngemittel auf einem Demeter-Bauernhof, aber ich wusste nichts über die Ziele seiner bevorstehenden Reise. Nein danke! Sechs Monate Düngemittel und Weizenkeime, das wäre wirklich zu viel des Guten. Ich war schon heilfroh, dass ich diesen Nachmittag ungeklont überstanden hatte.

Auch der nächste war ein komischer Kauz.

„Wohin soll die Reise gehen? Türkei?“ rief er an.

„Nein, Südostasien!“ antwortete ich.

„Auch gut. Dahin komme ich auch mit. Da kann man gut Kohle machen, mit so billigem Zeug; Glasperlen und so.“

Komisch, ich dachte immer, das Zeug wird drüben billig gekauft und bei uns wieder teuer verkauft. Na egal, auf jeden Fall wieder nicht der richtige.

Auch die weiteren Interessenten genügten meinen Ansprüchen nicht. Verlangte ich etwa zu viel? Im Übrigen hatte sich zu meinem Erstaunen keine einzige weibliche Person auf die Anzeige gemeldet.

Langsam freundete ich mich mit dem Gedanken an, die Tour alleine zu starten. Es gibt ja auch Vorteile, wenn man alleine unterwegs ist. Man ist ungebunden, muss auf niemanden Rücksicht nehmen, keine Absprache wohin, wann und wieso, …

Mitten in meine Organisation platzte dann Jackos Anruf hinein.

Autor: Eva Galvan-Wagener

Tja! Bei mir war das so, …

Ich hatte eine Menge Überstunden und den gesamten Urlaub von zwei Jahren zur Verfügung. Also überlegte ich, wo ich meine angesparte Freizeit am liebsten verbringen würde – auf keinen Fall in den ungemütlichen Wintermonaten zuhause in Deutschland. Die Karibik wäre eigentlich mein gewähltes Ziel gewesen, – bis dann eine Freundin von Claudias Interview erzählte.

„He, Jacko! Du hast doch diesmal keine Lust, alleine auf Tour zu gehen. Im Radio sucht eine Frau aus der Umgebung einen Reisepartner für Südostasien. Die hat sich ganz vernünftig angehört. Ruf doch mal bei SWF 3 an.“

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