Der Nam-Ngum-Stausee – Auf der Gefängnisinsel

Nam-NgumStausee„Na, so ganz wohl fühle ich mich in meiner Haut noch nicht“, sagte ich zu Claudia, als wir mit unserem schweren Gepäck durch das ärmliche Dorf am Nam-Ngum-Stausee in Laos schlenderten.

Die Leute starrten uns an, begrüßten uns aber mit einer zurückhaltenden Freundlichkeit. Sie freuten sich, wenn wir in ihrer Sprache antworteten. Leider war „Sabai Dii“ (Guten Tag) das einzige, was wir bisher sagen konnten.

Die Sprachbarriere blieb bestehen. Englisch war in dieser Gegend ein Fremdwort, obwohl Amerika irgendwann versucht haben musste, hier Fuß zu fassen. Überall hingen riesige Werbeplakate von Marlboro und Pepsi, wobei Coca Cola nahezu fremd war.

Auch von den Fastfood Ketten blieben die Menschen hier in Laos noch verschont. So blieb der alte Mann mit dem Boot, der uns auf die kleine Insel übersetzte, der Einzige, mit dem wir uns unterhalten konnten.

Nam-Ngum-StauseeDie Insel war eher ein Inselchen, die man in zehn Minuten umrundet hatte – abgeschieden von der Außenwelt, ein Platz zum Erholen. Dafür war das Haus wohl die schönste Unterkunft auf unserer langen Reise; ein Herrenhaus mit Marmorboden und klassischen Möbeln. Nur noch ein einziges Pärchen bewohnte mit uns dieses große Haus (7 Zimmer) und die beiden bekamen wir auch nur einmal zu Gesicht.

Als wir Hunger bekommen winken wir zur Nachbarinsel, auf der ein Restaurant steht. Eine Frau holt uns mit ihrem Boot ab und nimmt uns mit rüber. Claudia hat ihre Geldtasche am Ufer Nam-Ngum-Stauseeunserer Insel vergessen – was soll’s, es ist ja eh niemand da und wir sehen hinüber.
Es gibt nicht viel auf der Speisekarte zu wählen, das meiste können wir sowieso nicht lesen, aber das was es gibt, schmeckt gut.
Wir sitzen hier im Wohnzimmer dieser Familie, schade, dass wir nicht mit ihnen reden können.
Während wir unser Candlelight-dinner genießen, legen sich die Jüngsten schon schlafen.

Um 9.00 Uhr wurde der Generator abgestellt und alles spielte sich nur noch unter Mondlicht und Kerzenschein ab – romantisch.

Nach unserem Dinner brachte uns die Frau wieder zurück. Die Geldtasche lag am selben Platz, wo Claudia sie vergessen hatte. Auch in unserer Unterkunft gab es nur Kerzenlicht, aber eigentlich brauchte man hier auch nicht mehr.

Am nächsten Tag, pünktlich um 10.00 Uhr holte uns der alte Bootsmann wieder ab und brachte uns ans Festland zurück.

Nam-Ngum-Stausee

Wir schlenderten durch den kleinen Ort, der eigentlich nur aus zwei Straßen bestand und schauten, was es auf dem Markt so alles gab. Claudias Hunger war so groß, dass sie alles gegessen hätte.
Wir versuchten eines der Landesgerichte, dass sich wohl auch noch aus der Kolonialzeit eingebürgert hatte – ein französischer Weißbrotstängel, belegt mit pikant gewürzter Rindswurst und einer scharfen Soße darüber.

Danach könnten wir eigentlich weiter – wenn es irgendein Fahrzeug geben würde, dass uns hier wegbringen wollte.

Eine halbe Stunde sitzen wir jetzt schon bei einer Gluthitze auf der harten Bank eines Pick-ups und warten. Auf was und wie lange warten wir noch? Man deutete an, um halb zwölf würde man fahren. Jetzt haben wir zwölf.
Der Fahrer zeigt mit seinen Fingern acht an. Jetzt begreifen wir. In Laos fährt man nicht nach Uhrzeit – in Laos fährt man, wenn der Pick-up voll ist, und zwar so voll, daß man nicht mehr bequem sitzen kann.
Dicht gedrängt teilen wir uns eine schmale Bank, unsere Füße müssen wir irgendwie übereinanderschlagen oder zwischen Kartoffelsäcken verstauen.
Lebendige Hühner, denen die Füße zusammengebunden sind, werden einfach unter die Bank geschleudert als wären sie gefühllose Gegenstände. Manchmal versuchen sie sich zu befreien und picken einem in die Füße. Die schlechte Behandlung der Lebewesen schlägt mir etwas auf den Magen.

Aber was sollte man tun? Mit den Menschen über Tierschutz zu reden   hätte wenig Sinn, sie würden es nicht verstehen – zum Einen der Sprache wegen und zum anderen konnte man nicht verlangen, dass Menschen sich über das Wohlergehen der Tiere Gedanken machen, die selbst ums Überleben kämpfen müssen. Allerdings hatte ich bisher nie den Eindruck bekommen, dass es den Menschen hier schlecht ging oder dass jemand Hunger leiden müsste.

Endlich, so gegen 1.00 Uhr als neun Personen und jede Menge Hühner sich die Bänke teilten, ging es los nach Thalat.

Eine direkte Verbindung nach Vang Vieng gab es nicht, so mussten wir auf einen anderen Pick-up umsteigen.

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Laos und der Nam-Ngum-Stausee

Diejenigen, die auf dem Landweg durch Laos reisen, sollten eventuell diesen Ort in die Planung mit einbeziehen.

Laos - Nam-Ngum-Stausee

Der Nam-Ngum Stausee liegt in einer landschaftlich angenehmen Gegend, umgeben von Bergen bis zu 1500 Meter Höhe. Hier wurde das größte Wasserkraftwerk des Landes geschaffen.

Die Spitzen einiger Hügel ragen aus dem See wie Inseln und dienten früher als Umerziehungslager für Prostituierte und Kriminelle – die so genannten „Fraueninsel“ und Männerinsel“.

Heute dient der See der Fischerei, dem Bootsbau und vor allem der Holzgewinnung. Unter Wasser wurden größere Gebietsabschnitte bewaldet. Nach langer Zeit unter Luftabschluss ist das Holz nun wegen seiner guten Qualität sehr begehrt und wird auf abenteuerliche Weise von Tauchern geschlagen und nach oben gebracht.

Auch der Tourismus wurde entdeckt. Prunkbauten, die früher Ministern und anderen „Großköpfen“ zugute kamen, werden nun als Gästehäuser zu anständigen Preisen an Reisende vermietet. Allerdings hält sich die Anzahl der Besucher noch in sehr bescheidenem Maße. Vielleicht ist das auch ein Glück für diese Region.

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Laos – Die Umgebung von Vientiane

Vientiane Friedensbrücke

Unser Weg führte nun aus Vientiane heraus. Etwas außerhalb wurde im April 1994 die Freundschaftsbrücke eröffnet. Hier bekommst du ohne bürokratischen Aufwand ein Visum und kannst auf dem Landweg von Thailand nach Laos gelangen.

Unserer Meinung nach ist es trotzdem ratsam (wenn man Zeit hat) schon vorher nach einem Visum zu schauen, dann bist du nicht von der Gunst eines Beamten abhängig. Außerdem sollte die Brücke (deshalb auch Friedensbrücke genannt) für Frieden und zum gegenseitigen besseren Verständnis zwischen den beiden oftmals zerstrittenen Nachbarn beitragen.

Ein Stückchen weiter auf der Straße in Richtung des Buddha-Gartens erreichten wir dann den Kulturpark der Völker von Laos (Ethnic Cultural Center), von dem wir sehr enttäuscht waren. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes; zur Hälfte war es ein Zoo mit nicht artgerecht gehaltenen, abgemagerten Tieren in verdreckten Käfigen, zur anderen Hälfte ein Park.

Mein Wunsch, mehr Informationen über die verschiedenen Völker und Traditionen über die laotische Bevölkerung zu bekommen, wurde nicht erfüllt. Allerdings muss ich fairerweise hinzufügen, dass der Park sozusagen noch im Rohbau stand. In Laos geht alles etwas langsamer dahin. Es sollen mal traditionelle Wohnhäuser der einzelnen Völkergruppen zu sehen sein, und auch traditionelle Tanzvorführungen und Gesangsdarbietungen soll es geben. Dazu sollen handgearbeitete Produkte und typisches Essen aus den verschiedenen Provinzen angeboten werden. Wird dieser Wunschtraum verwirklicht, dann ist das Ethnic Cultural Center sicherlich ein interessantes Ausflugsziel – aber wann wird das sein?

Buddha-Garten

Der Weg führte uns immer weiter weg von Vientiane und endlich, nach langen 35 Kilometer auf einer holprigen, staubigen Straße waren wir da. Wir waren am Buddha-Garten oder am Wat Xieng Khuan wie es in der Heimatsprache heißt.

Buddha-GartenAuf schmalen Stufen und in Rundgängen geht es im Inneren hinauf.
Es ist mystisch, fast unheimlich.
Erst der Eingang durch das geöffnete Maul, dann die Enge in der Dunkelheit… – ich fühle mich wie in einem Verließ.

Immer wieder kann man durch schmale Luken in Innenräume schauen und mit viel Phantasie leidende, sich in Schmerzen windende Gestalten erkennen – denn Leben ist Leiden (so heißt es im Buddhismus).

 

Buddha-Garten

Der Park war übersät mit riesigen dämonenhaften Wesen aus der indischen, buddhistischen und laotischen Mythologie. Durch den Topf (ein großes rundes Gebäude) kann man nach oben steigen und einen herrlichen Ausblick über das Gelände genießen.

Oben trafen wir auf ein paar Jungs im Alter von 12 – 15 Jahren, kahl geschoren und in ihren orangefarbigen Roben. Sie taten das, was in Laos jeder Mann einmal im Leben tun sollte – eine Zeit lang Mönch sein und auf jegliches Hab und Gut zu verzichten. Und so waren auch sie für drei Monate jeden Morgen kurz nach Sonnenaufgang mit ihrer Opferschale unterwegs, um nach Almosen zu betteln. Mönche leben nur von den Gaben der Gläubigen.

Vientiane Buddha Garten

Die jungen Kerle redeten gerne mit uns und testeten so ihr Englisch, auch mit Claudia. Vorbei war das Klischee, Mönche dürften nicht mit Frauen reden und sie schon gar nicht berühren. Sie verabschiedeten sich sogar mit einem westlichen Handschlag. Ihre Einladung zum Tee schlugen wir leider aus, was mir im Nachhinein sehr leid tat, denn eine Einladung abzulehnen gilt bei vielen Asiaten als Beleidigung und das wollten wir in keinem Falle – aber wie das bei uns Europäern häufig der Fall ist, rannte auch uns wieder einmal die Zeit davon (was für die Menschen in Laos sicher nur sehr, sehr schwer zu begreifen ist).

Vientiane Buddha-Garten

Vientiane - Buddha-Garten

Vorbei an dem Dämon Nyak der das Mädchen Nang Sida raubt und an einem laotischen Pärchen, das einem übermäßigen Fabelwesen Gaben zum Opfer bringt, kommt man zu Phra Ouma, der Mutter der Unterwelt.

Bevor sie uns in ihren Bann zog, verabschiedeten wir uns vom Buddha-Garten und machten uns auf den Rückweg nach Vientiane. So waren wir nun doch wieder besänftigt, aber wäre dieser Park nicht gewesen, wäre Vientiane eine herbe Enttäuschung geworden.

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Jacko
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Vientiane – Hauptstadt oder nur ein Dorf

Vientiane bot uns gleich die nächste Überraschung in Laos. Im Gegensatz zu Bangkok war die laotische Hauptstadt ein Dorf.

Während wir so durch die Gegend schlenderten überlegten wir noch, warum wir eigentlich zuvor ein Moped mieten wollten – in einem halben Tag konnte man den Stadtkern zu Fuß erkunden.

Was gab es in Vientiane zu sehen?

VientianeAllzu viel war es nicht. Das schönste Bauwerk der Hauptstadt dürfte wohl der Triumphbogen Patou Say sein. War Laos doch über lange Jahre eine französische Kolonie gewesen, so konnte man das hier an dem nach Pariser Vorbild errichteten Gebäude erkennen.

Im Revolutionsmuseum konnte man Ausstellungen über Vergangenheit und Gegenwart von Laos bewundern, wobei das Armeemuseum und der Palast des Präsidenten für die Öffentlichkeit verschlossen blieben.

VientianeIn der Nähe des Triumphbogens gibt es einige gemütliche Parkanlagen, in denen man sich ausruhen kann (insofern das erforderlich ist).

Es gibt über 100 Tempelanlagen in Vientiane und Umgebung, die aber mit den Prachtbauten Thailands nicht zu vergleichen sind, wobei die Architektur nicht weniger interessant ist – die Tempel sind nur nicht so prunkvoll gestaltet.

Weiter ging unser Streifzug zu Fuß durch die Stadt. In den Einkaufsläden entdeckten wir Sachen, die von den alten Kolonialherren zurückgelassen wurden. So gab es hier Senf, Käse, Kaviar, Champagner und französische Weine, deren Herkunft sich nicht verleugnen ließ. Aber nach dem Staub auf den Flaschen zu urteilen, waren das hier wohl eher Ladenhüter – kein Wunder, das meiste war für die einheimische Bevölkerung unerschwinglich.

Überhaupt konnte man mit der französischen Sprache weiterkommen als mit der englischen, die den Durchbruch hier noch nicht so recht schaffen will. Namen wie Le Bistrot, Pub Belle Ile oder Le Vendome sind keine Seltenheit.

VientianeMit Fleischwaren und Obst sah es lange nicht so gut aus wie beim thailändischen Nachbarn. Auch wenn an den Marktständen alles ordentlich aufgestapelt war, ließ die Vielfalt der Früchte doch einige Wünsche offen.

Trotzdem; das Essen an den Ständen war sehr gut und bestens zu empfehlen. Wer nicht unbedingt auf Ingwer oder Zitronengras steht, hat es mit den Suppen schwer. Kaum in einer Suppe fehlt eines dieser Gewürze, die zwar sehr gesund sind, aber eben nicht jedermanns Geschmack.
Aber dafür gibt es ein leckeres Baguette, mit feurig, würzigen Rindswurstscheiben belegt, herrliche Nudelgerichte und süßes Gebäck, das dann auch mir wieder zusagte.

Es gab viel Gutes – auch wenn man nicht immer herausbekommen hatte, was es war. „Trau dich!“ hieß das Motto.

Inzwischen war es Nacht geworden und noch immer konnten wir nichts entdecken, das in Vientiane eine Hauptstadt vermuten ließ. Es gab kein geschäftiges Treiben, kein Night-Bazar wie in Thailand und gegen 10.00 Uhr wurde in den meisten Gegenden der Gehweg hochgeklappt (soweit vorhanden). Vientiane war unserer Meinung nach ein verschlafenes Nest. Ich weiß nicht, wo um alles in der Welt der Autor eines Reiseführers Sachen entdeckt hatte wie ‚Shopping-Center, die mit Bangkok oder Singapur zu vergleichen seien‘ oder eine ‚Rush-hour‘. Das Nachtleben steckte noch in den Kinderschuhen und man brauchte sich auch keine Sorgen machen, dass man beim Überqueren der Hauptstraße überfahren werden könnte. Obwohl Vientiane circa 2 000 000 Einwohner beherbergt, hatte diese Stadt doch eher den Charakter eines Vorortes.

Am nächsten Tag mieteten wir für ca. 7 € ein Moped und machten uns auf den Weg zum Mekong (der allerdings auch zu Fuß in 10 Minuten von unserer Unterkunft zu erreichen gewesen wäre).

Der erste Anblick dieser Gegend gab uns wieder zu bedenken, ob unsere Entscheidung nach Laos zu reisen richtig war.

Völlig verrottete, von der Nässe zerfressene Häuser reihten sich entlang des Mekongs.
Es war kaum vorstellbar, dass dort drinnen noch Menschen leben konnten.

Die Straßen bestanden nur aus Lehm. An Schulen und manch anderen Gebäuden hing die russische Fahne oder die der ehemaligen DDR, wo ja nach 1975 einige laotische Studenten zum Studium aufgenommen wurden.

Und trotzdem – irgendetwas war in diesem Land, das einen in den Bann zog. Irgendetwas Geheimnisvolles lag in der Luft.

Vientiane…der Blick über den Mekong fasziniert mich. Warum? Ich weiß es nicht.

Vielleicht ist es die Ruhe und die Langsamkeit die einen verzaubert. Es gibt eigentlich nichts Besonderes hier, es ist nur ein Fluss wie jeder andere – oder doch nicht?

Vielleicht ist es aber auch die Entfernung von Zuhause, das Leben in der Fremde.

Ich weiß es nicht.

Ruhig schlängelt sich der Mekong dahin und verzweigt sich in mehrere Arme – nur der hohe Wall aus Lehm und Geröll lässt erahnen, was passiert wenn Regenzeit ist.

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Weiter nach Laos

Laos – und die Zeit steht still

Ein neuer Abschnitt kommt nun auf uns zu. Unbekanntes Laos – von dem wohl die Mehrheit der Menschen nicht mal weiß, dass es existiert.
Nach letzten Berichten ist Laos eines der ärmsten Länder der Welt.
Hier gibt es weniger Tourismus als in Thailand, es ist noch nicht so lange her, dass das kommunistische Laos seine Pforten der restlichen Welt geöffnet hat.
Nachdem Thailand unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat, sind wir gespannt, was uns hier erwartet.

Laos - VientianeDie Einreiseformalitäten und Kontrollen waren entgegen meiner Befürchtung äußerst unproblematisch. Man schaute nur unsere Visa an und wollte dann gar nicht mehr über uns in Erfahrung bringen.
Geld tauschten wir gleich am Flughafen ein – 100 € in kleinen Scheinen.
Noch nie zuvor hatte ich ein größeres Bündel Geld in meiner Hand gehalten. Mein Bauchgurt reichte nicht mehr aus, meine zweite Geldtasche reichte nicht mehr aus – also, alles einfach rein in den Fotorucksack. Nachzählen – zwecklos!
Nun konnte es losgehen. Mit einem Jumbo wurden wir in die Stadt gebracht.

„Das soll die Hauptstadt sein?“ fragte Claudia und schaute sich entsetzt um.
Ihrem Gesicht nach zu urteilen hätte sie am liebsten auf der Stelle umgedreht und wäre zurück nach Thailand geflogen.

„Wenn das mal kein Fehler war, nach Laos zu gehen?“ zweifelte sie.

„Na komm, gib Laos eine Chance. Das wird schon noch. Hier sind wir sicher nur in einem Randgebiet von Vientiane.“

Aber das Randgebiet schien nicht aufzuhören und die Hotelsuche wurde zur Qual. Wir orientierten uns an den thailändischen Preisen, so im Bereich um die 5 – 10 €, aber als Claudia sich das erste Zimmer ansah war klar, dass wir hier tiefer in die Tasche greifen mussten.

Am Eingang stand ein mächtiger Inder in Herrscherstellung, gekleidet in seiner traditionellen Tracht mit einem Turban und rieb sich die Hände, als er Claudia mit seinen gierigen Blicken verfolgte. Auch im Reiseführer stand, dass hier meistens nur Inder verkehren, die ihre Visa erneuern wollen, also nicht unbedingt ein Platz, an dem man fest und tief schlafen kann.
Kaum 5 Minuten später kam Claudia herausgestürmt – wütend. Das förderte nicht gerade ihre Begeisterung für Laos.

„Stell dir vor, was die uns für ein Zimmer andrehen wollten. Gestunken hat das da drinnen und alles ist versifft und … – bloß weg hier!“ fauchte sie.
Wir machten uns auf den Weg zum nächsten Motel, wo wir uns dann ein Zimmer mieteten.

Das einzige was bisher an Großstadt erinnerte waren die Zimmerpreise. Hier war es teurer als in Thailand. Unsere Unterkunft war nicht übel aber auch nicht billig. Umgerechnete 15,- EUR sind schon ein stolzer Preis in einem Land, das angeblich zu den zehn ärmsten der Welt gehören solle. Zugegeben, die Zimmer waren schöner, geräumiger und wurden täglich gereinigt. Außerdem brachte die französische Kolonialzeit normale Toiletten ins Land – und Toilettenpapier und warmes Wasser gab es auch.

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Was gibt es sonst noch in Singapur?

Was gibt es sonst noch zu tun in Singapur?

Natürlich gibt es noch mehr zu sehen, als neue Einkaufszentren und alte Bauten. Hier wird immer etwas Neues erschaffen – allem voraus das Luxushotel Marina Bay Sands mit dem Sky Park – aufgebaut auf den 3 Türmen des Hotels. Der Park und die Aussichtsplattform mit einem unvergesslichen Ausblick über die Skyline von Singapur kann zu einem Eintrittspreis von ca. 12 Euro besichtigt werden. Der Pool steht leider nur den Hotelgästen zur Verfügung.

Singapur

Singapur hat auch etliche Grünflächen, in denen man sich von den Strapazen der Stadt erholen kann.

Im Norden erhebt sich das Bukit Timah Nature Reserve 160 Meter hoch über die Stadt, nicht weit vom Zentrum ist es der Fort Canning Park, in dem man spazieren gehen kann.

Ein weiteres beliebtes Ziel ist der Night Safari Park – ein Zoo, der erst abends öffnet und gegen Mitternacht schließt. Eine Bahn fährt durch die beleuchtete Anlage.

Im Süden ist es der 90 Meter hohe Mt. Faber, von dem aus auch die Kabinenbahn nach Sentosa hinübergeht. Viele Leute lieben von hier aus den Blick über den Hafen – auch darüber lässt sich streiten.

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Singapur – Colonial District

Der Colonial District von Singapur und die alten Lagerhäuser am Boat Quay und Clark Quay

 SingapurIm Colonial District von Singapur sind noch einige sehr schöne viktorianische Bauten  erhalten geblieben. So zum Beispiel das Empress Place Building, Parliament House, Victoria Concert Hall & Theatre, Supreme Court, City Hall – und das legendäre Raffles Hotel.

SingapurSingapurSingapur

SINGAPUR

Die alten Lagerhäuser am Boat Quay und Clark Quay wurde zu einem Treffpunkt mit teuren Bars und Restaurants umfunktioniert, in denen vor allem abends etwas los ist.

Singapur

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Auf den Spuren der Traveller – in Singapur

Singapur und seine Stadtteile

Chinatown

Überall in Singapur gibt es chinesische Foodstalls, in denen man die exotischsten Speisen probieren kann.

Das eigentliche Chinatown aber liegt südlich des Singapur Rivers und wird von der New Bridge Road, Cecil Street und der Neil und Maxwell Road begrenzt. Es ist nicht zu vergleichen mit dem Chinatown in Kuala Lumpur oder Penang, dafür musste zu viel des Stadtteils der Dynamik des modernen Singapurs weichen, aber auch hier kann man immer noch sehr schöne neue Sachen entdecken – besonders in den Apotheken, da gibt es für jedes Gebrechen ein Allheilmittel (man sagt, es soll helfen). Aber Vorsicht! Nicht alles darf man nach Deutschland einführen.

Auch wenn Singapur modern geworden ist, gibt es sie immer noch – die Kalligraphen, welche mit viel Geduld ihre Buchstaben aufs Papier zaubern, die Wahrsager, welche voller Zuversicht für einen in die Zukunft schauen und die Apotheker und Heiler, welche mit für uns unverständlichen Zaubermitteln jedes Leid mindern.

Wo früher die alten chinesischen Wohnviertel dem Abbruchkommando weichen mussten, weil sie nicht mehr den „sauberen“ Ansprüchen genügten, versucht die Regierung nun die restlichen Gebäude zu restaurieren.

Erwähnenswert wäre noch der Fuk Tak Ch’i-Tempel in der Telok Ayer Street und der Thiam Hock Keng-Tempel. Im New Ming Village stellen Töpfer Imitationen der Ming- und Qing-Dynastie her, die nur noch Fachleute von den echten unterscheiden können.

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Singapur – Stadt und Land in Südostasien

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Singapur – ein Name wie ein Traum. „Einmal nur möchte ich nach Singapur“, der Wunsch vieler Menschen. Aber es ist nicht mehr das verschlagene Singapur der Schmuggler, Waffenhändler und Piraten, wo Chinesen mit langen Zöpfen wohlbeleibte Männer in Rikschas chauffieren.
Singapur hat sich gewandelt und ist für uns beinahe schon wieder langweilig.
Mit drakonischen Strafen hat man es geschafft, aus Singapur die sauberste Stadt Südostasiens zu machen. Todesstrafe und Prügelstrafe sind allgegenwärtig. Aber auch kleinere Delikte werden hart bestraft.
Viele sagen, es sei die schönste Stadt Asiens. Die sauberste, ja – die schönste, na ja, da teilen sich die Meinungen.
Der Begründer Singapurs, Sir Stamford Raffles, der 1819 anfing, die Stadt zum Leben zu erwecken, lebt in seinen Kolonialbauten und Denkmälern weiter. Seine Vision einen internationalen Handelshafen und eine wirtschaftliche Metropole zu schaffen, wurde in nicht allzulanger Zeit zur Wirklichkeit. Er hatte es geschafft, eine übersichtliche gutgeplante Stadt zu schaffen, wo jede Kultur ihren eigenen Stadtteil haben sollte.

Die Silhouette der Stadt zeugt von Wohlstand und Reichtum. Die gewaltigen Einkaufszentren, die gigantischen Gebäude der Banken und Konzerne, die nachts beleuchtet sind, die Straßen sind sauber gefegt, alles hat seinen zugewiesenen Platz und alles kann in dieser Stadt ohne große Mühe gefunden werden.
Kein Bettler, der die Hand aufhält, keine verwahrlosten Gegenden.
Englisch ist die Muttersprache und nimmt das Abenteuer, sich in einer fremden Sprache durchfragen zu müssen.
Die Atmosphäre des anderen – des Fernöstlichen – kommt hier nicht so richtig zur Geltung. Es ist alles sehr westlich hier – wären da nicht die vielen interessanten asiatischen Gesichter unterschiedlicher Nationen; wären da nicht die einzelnen Viertel.

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Jacko
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Erfahrungen in Malaysia – Tioman und das Paradies

TiomanWieder einmal trug uns ein Boot weit hinaus aufs offene Meer. Eineinhalb Stunden dauerte die Fahrt etwa von Mersing bis zur Insel Tioman; die Wartezeit davor dauerte ebenso lange, nach dem vorgesehenen Fahrplan. Unsere Unterkunft hatten wir bereits in der Tourist-Information, schräg gegenüber der Anlegestelle, gebucht.

Nach 2 Stunden erreichen wir Tioman und meine Augen werden riesengroß, als die Insel
hinter dem Dunst vor uns auftaucht. Dicht bewaldete Bergrücken und weiße Strände –
die Insel scheint interessant zu sein.

Nachdem wir in unseren Bungalow eingezogen waren, machten wir einen abendlichen Spaziergang in der Nähe unserer Anlage.
Allzuviel los war nicht, viele der Restaurants hatten geschlossen und in den wenigen, die offen waren, saßen kaum Leute. Nur eine Bar, die war mit Gästen gespickt. Hier schien der Treffpunkt der Traveller zu sein – kein Wunder, hier war der einzige Platz in unserem Bereich, wo alkoholische Getränke ausgeschenkt wurden. Leider gehörte diese Bar dem gleichen Typen, der uns schon auf dem Boot auf die Nerven fiel.

Wieder höre ich jenes Lachen, das mir schon auf dem Boot durch Mark und Bein ging.
Ein freches, dreckiges Lachen, ein künstliches Lachen und ein aufdringliches, dummes
Geschwätz. Er labert jeden an, der ihm über den Weg läuft, auch uns ruft er gleich zu –
aber Claudia winkt angewidert ab.
Na gut, dann kaufe ich eben 2 Dosen Bier bei ihm und trinke es zuhause in unserem
Bungalow.

Am nächsten Tag wollten wir das suchen gehen, was Tioman zu einer der zehn schönsten Inseln der Welt machen sollte.
Zuerst liefen wir nach Kampung Tekek und schauten uns dort ein wenig um.
„Hier ist auch nicht gerade die Hölle los“, stellte ich nach wenigen Augenblicken fest. „Sollen wir mal eine Runde schwimmen?“, fragte Claudia.

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

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