Mit dem Boot unterwegs auf dem Mekong

7.00 Uhr und der Wecker klingelte. „Oh Mensch. Ich dachte, wir hätten Urlaub“, stöhnte Claudia.

Ich stand auf und schaute aus dem Fenster. „Also, mit schönen Fotos wird es wohl nichts. Es ist alles trüb und grau. Meinetwegen können wir ruhig noch liegen bleiben. Ich habe auch noch keine Lust.“

In dieser Gegend ließ sich die Sonne viel Zeit wie alles in Laos. Mit einem schlechten Gewissen, weil wir unseren irischen Freund versetzten, blieben wir liegen und machten uns erst gegen 11.00 Uhr auf den Weg zur Anlegestelle.

„Ich glaube, um diese Zeit finden wir keine Interessenten mehr, die mit uns das Boot teilen wollen“, sagte ich zu Claudia.

Nach einigem hin und her hatten wir einen fairen Preis ausgehandelt. Schließlich würde der Bootsmann an diesem Tag auch keine neuen Kunden mehr bekommen.

Tham Thing22aWir reden nicht viel auf der 25 Kilometer langen Bootsfahrt. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und genießen die Ruhe und den Frieden in dieser herrlichen Natur, die so abgeschieden von der Welt scheint. Links und rechts an den Ufern spielen Kinder und winken uns zu. Wir sind wieder in der Nähe eines Dorfes und bald steigen wir aus.

Ban Sang Hay war ursprünglich mal ein Töpferdorf, von Töpferarbeiten war allerdings nicht mehr viel zu sehen. Die Frauen haben sich eher den Webarbeiten gewidmet und die Männer ganz anderen Dingen. Böse Zungen behaupten, das ganze Dorf brenne Schnaps, den traditionellen Reisschnaps Lau Lao.

Luang Prabang

Aber an diesem Tag ließ ein anderes Ereignis die Arbeit für eine Weile ruhen. Ein blondes europäisches Kind sorgte für Aufruhr und ließ das ganze Dorf zusammenkommen. Alle wollten den Jüngling beim Spielen mit den eigenen betrachten – während andere Kinder für den Lebensunterhalt sorgen mussten. Ja, ja – das Leben ist manchmal einfach nicht fair.

Luang Prabang

Bei unserem Rundgang im Dorf fiel uns auf, dass alles sehr aufgeräumt und sauber hier war – kein Müll neben den Häusern, kein Schrottplatz im Dorf. Da könnte sich die Hauptstadt eine Scheibe abschneiden. Unsere Fahrt ging weiter, noch etwa 15 Minuten waren es bis zur Höhle.

„Gut, dass wir später gefahren sind“, unterbrach ich das Schweigen.

„Siehst du, das hast du nur mir zu verdanken. Jetzt hast du wenigstens einen blauen Himmel für deine Fotos.“

Natürlich dachte ich an meine Fotos, aber ich dachte auch an den Iren, der genauso gern fotografierte wie ich. Es tat mir Leid für ihn und ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil wir ihn versetzt hatten – das war eigentlich so gar nicht unsere Art.

Luang Prabang

Ruhig gleiten wir immer weiter den Fluss hinauf. Links und rechts umgeben uns malerische Kalksteinfelsen – nicht so bizarr und verwegen wie in Vang Vieng aber durchaus interessant. Die Fahrt wird nun immer schwieriger, die Strömung wird stärker und der Fluss hat einen niedrigen Wasserstand.
Immer wieder ragen scharfkantige Felsbrocken heraus und zwingen den Bootsmann, die Seite zu wechseln – und dann sehen wir sie… eine der Pilgerstätten von Laos.

Dein Reisefreund
Jacko
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Von Kasi nach Luang Prabang – der Weg in den Norden

Kasi - Luang Prabang

Es waren nur etwa 160 Kilometer nach Luang Prabang, aber die hatten es in sich. In Kasi standen zwei Fahrer mit ihren Pick-ups bereit, als sie hörten, dass der Bus den Geist aufgegeben hatte und total überfüllt war.

So kämpfte jeder um einen guten Platz; manch einer drängte sich gleich auf die Pritsche, andere wiederum versuchten ihr Glück auf dem Dach, um die Aussicht besser genießen zu können. Durch den fairen Preis, den die Fahrer machten, wollten alle mit – bis auf die Franzosen. Ihnen war es egal, ob sie heute oder morgen weiterkommen würden, nach dem letzten Joint war wohl Ruhe und Frieden bei ihnen eingekehrt.

Für alle die mitgekommen waren begann eine abenteuerliche Fahrt durchs Gebirge.

Kasi - Luang Prabang

Nicht allzu weit hinter Kasi überholten wir den maroden Bus wieder. Er war erneut stehen geblieben und das wahrscheinlich nicht zum letzten Mal. Frustrierte Gesichter starrten uns sehnsüchtig nach. Bei uns dagegen ging es zügig voran. Die Straße schlängelte sich weit über 2000 Meter hinauf und immer wieder kamen wir an kleinen Bergdörfern vorbei, wo Menschen entlang des Abgrundes lebten.

Kinder kommen aus ihren Hütten gerannt, winken uns zu und rufen:
„Sabai Dii! Sabai Dii!“
Die Alten lachen uns entgegen und die Jungen rennen uns hinterher.
„Sabai Dii!“ erwidern auch wir. Und ich hatte Tränen in den Augen –
begeistert von der Freundlichkeit und dem Interesse, das sie uns
entgegenbringen.

Am Anfang war alles sehr schön. Wir waren ein buntes Gemisch vieler Nationen – Franzosen, Norweger, Schweden, Amerikaner, Deutsche, Japaner, … Die Sonne brannte herunter und wir waren für den Fahrtwind dankbar, der uns etwas Abkühlung verschaffte. Es war eng auf den Pritschen, aber die atemberaubende Aussicht auf die Berge entschädigte für alles. Auch oben auf dem Dach schien eine gute Stimmung zu sein, manchmal hätte man meinen können, es sei eine Party im Gange.

Träge schleppten sich unsere beiden schwer beladenen Pick-ups immer weiter hinauf; höher und höher – bis über die Wolken.

Kasi - Luang Prabang

Die Fahrt zog sich lange hinaus. Bergauf, bergab und wieder hinauf. Allmählich verschwand die Sonne hinter den Bergen und wir rückten gerne noch etwas näher zusammen, es wurde bitterkalt.

Auf dem Dach war längst Ruhe eingekehrt und sie hatten ihre wärmste Kleidung herausgekramt. Unten wurde ein rotierendes System eingeführt; die auf dem Gitter hockten, konnten das auf keinen Fall die ganze Strecke durchhalten. Auch Claudia nahm beim nächsten Stopp alles an warmen Klamotten heraus, was sie dabei hatte. Nur einem zehnjährigen Jungen schien die Kälte nichts auszumachen, er unterhielt die ganze Gruppe.

Er war das Produkt einer englischen Frau und eines Mannes indischen Einschlags. Sie lebten in Singapur und der Junge wurde so richtig multikulturell erzogen. Er sprach mehrere Sprachen, darunter auch ein wenig Mandarin. Als der Knirps dann auch noch zu singen anfing, lebten die Leute auf dem Dach wieder auf. Singen macht warm und vertreibt die Zeit. Allzu lange konnte es ja nicht mehr dauern, es war schon seit einer ganzen Weile dunkel.

Gegen 9.00 Uhr war es dann soweit. Sechs Stunden hatten wir etwa gebraucht, bis wir in Luang Prabang angekommen waren. Obwohl der Kälte zum Schluss, war ich glücklich darüber, solch eine Fahrt erleben zu dürfen. Nur selten zuvor hatte ich Ähnliches erfahren, was so viel Atmosphäre in sich verbirgt.

Dein Reisefreund
Jacko
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Nam Ngum und Vang Vieng

Impressionen vom Nam Ngum Stausee und dem malerischen Vang Vieng:

Schaut euch das Video an!

Nam Ngum & Vang Vieng

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Vang Vieng – same same but different

Vang Vieng

Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Selbst auf einem Ölgemälde könnte es nicht schöner sein. Wild zerklüftete Kalksteinfelsen reihen sich entlang eines ruhig dahinströmenden Flußes, der den schönen Namen ‚Nam Song‘ trägt.
Die Ruhe der Gegend geht in mich über und ich fühle mich leicht und frei.

Noch war das Wasser sauber, aber der Weg zur nächsten Brücke ist weit. Die Einheimischen versuchten manchmal den Fluss mit ihren Traktoren oder mit dem Lastwagen zu durchqueren. Die Problematik der Umweltverschmutzung ist noch nicht bis in diese Gegend vorgedrungen.

Inzwischen gibt es auch Strom aus der Steckdose, die Menschen sind nicht mehr auf Generatoren angewiesen. Das kleine Städtchen wurde vom Fortschritt eingeholt und auch dieser Ort ist nicht mehr der Geheimtipp, der er noch vor einiger Zeit war. Trotzdem, die Umgebung um Vang Vieng ist etwas fürs Auge und für die Seele – ein schönes Fleckchen Natur mit einer unglaublichen Szenerie. Und viele Traveller wissen das auch zu schätzen und halten hier nicht nur für kurze Zeit auf ihrer Durchreise nach Luang Prabang.

In der Umgebung gibt es viel unberührte Natur und einige Höhlen zu entdecken, zum Leidwesen mancher Eltern, denn immer wieder hört man, dass einige Kinder vom Spielen nicht wieder nach Hause kamen.
Deshalb wird auch heute noch dem Erdgeist nach alter Tradition ein Opfer gebracht.

Die eine Höhle ist nicht weit vom Ort auf der anderen Seite des Flusses. Man kann sich mit dem Boot für einen geringen Betrag übersetzen lassen oder sich auf den Weg zur Fußgängerbrücke machen. Das ist nicht uninteressant, denn so lernt man das alltägliche laotische Leben hautnah kennen.

Frauen sitzen unter ihren Häusern und weben auf altmodische Weise Decken oder Kleider. Draußen auf den Straßen treiben die Bauer das Vieh herein.
Kinder und Kleintier spielen auf den Straßen – es ist alles so ruhig und friedlich hier.
An einem kleinen Stand verkauft jemand etwas Eßbares, das ich probiere.
Was es ist, weiß ich nicht – verdammt zäh, das ist es!

An der Brücke muss man dann einen kleinen Obolus entrichten. Ein geschäftstüchtiger Mensch (unserer Meinung nach kein Laote) hat dort ein Ressort errichtet und kassiert für das Überqueren der Brücke – oder die Besichtigung des Ressorts, wenn man so will – Wegezoll.
Allerdings hatte er auch dafür gesorgt, dass man zur oberen Höhle nicht mehr kraxeln muss, sondern auf Betonstufen nach oben kommt.
An der unteren Höhle kann man sich in kühlem Wasser erfrischen, will man weiter hinein, muss man schwimmen.

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Jacko
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Laos – Die Weiterreise

Am Morgen bevor es weiter ging trafen wir noch ein tschechisches Pärchen, das sehr gut Deutsch sprach. Wir unterhielten uns mit ihnen und unsere Begeisterung für Laos und Vietnam stieg nach dieser Unterhaltung rapide an. Diese Zwei hatten die Reise durch Laos und Vietnam schon einmal   angetreten und waren so begeistert, dass sie die Tour wiederholen wollten. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir dieses Paar trafen.

Wir wollten aber nun aus Vientiane hinaus in Richtung Norden zum Nam-Ngum-Stausee, aber es war gar nicht so einfach dorthin zu kommen. Zum ersten Mal erfuhren wir, was es heißt, in Laos zu reisen.
Auf dem Landweg waren es nur etwa 100 Kilometer. Laut Reiseführer sollten viele Busse nach Thalat fahren, „private sowie staatliche“, doch das musste sich wohl geändert haben. Wie und wen wir auch fragten, die Antwort blieb die gleiche: „Heute fährt kein Bus, erst wieder in 3 Tagen.“

„Wie? Erst wieder in 3 Tagen?“ fragte Claudia ungläubig. „Im Reiseführer steht viele Busse würden fahren. Dann schauen wir eben nach den privaten Bussen.“

Aber, was war nun eigentlich ein privater Bus? Das stand in unserem Reiseführer nicht beschrieben. Wir unwissenden Traveller hielten Ausschau nach einem großen, Gefährt, dass so aussah wie ein Bus – wie es sie auch in Thailand gab, doch solche waren nirgends zu sehen.

Laos - UnterwegsJa woher sollten wir denn auch wissen, dass es sich um Pick-ups (in Thailand Songthaews ) handelte.

Nach langem Fragen und Feilschen fuhr uns dann ein Mann mit seinem Jumbo für 15000 Kip (von 70 000 herunter gehandelt) in eineinhalb Stunden zu unserem See.

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Jacko
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Das Einkaufsparadies Singapur

Orchard Road – die Gegend der Einkaufszentren

Singapur - Orchard Road

Hier gibt es ein protziges Kaufhaus nach dem anderen.
Man tut gut daran, zu wissen, was man kaufen will. Wenn man sich nur mal informieren möchte, weiß man später nicht mehr, wo man denn nun das billigste und beste gesehen hat. Obwohl eigentlich schon alles mit riesigen Einkaufszentren, hohen Hotels und Bars übersät ist, wird unentwegt modernisiert, verschönert und neue, noch gewaltigere Komplexe aus dem Boden gestampft. Na ja, wenigstens kann man sich bei einem Bummel durch die Einkaufswelt in den vollklimatisierten Räumen abkühlen.

Vor allem Elektronikartikel und Fotoapparate gibt es in Singapur sehr günstig zu kaufen. Außerdem kann man in den Shopping-Malls auch sehr gut essen, da viele Foodstalls integriert sind.Amazon Image

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Die Insel Tioman – Paradies mit kleinen Fehlern

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Eine der schönsten Inseln in Malaysia auf Südostasienreisen

Pulau Tioman ist die größte Insel an der Ostküste Malaysias und soll nach eigenen Angaben zu den schönsten der Welt zählen. In der Tat ist die Insel eine Pracht fürs Auge und zählt zu meinen Favoriten auf meinen Südostasienreisen.

Wilde, dschungelbewachsene Berge im Inneren der Insel und feiner weißer Sand, der weit ins Meer hineinführt, wo das Wasser klar in blauen Tönen schimmert. Es ist ruhig, sehr ruhig, die Strände sind einsam und menschenleer. An manchen Stränden sind nicht einmal Fußabdrücke im seichten Sand zu finden.

Malaysia reisen - Tioman

Auch wenn Tioman im ersten Augenblick als sehr verlassen erscheint, gibt es doch einige Orte, die man als Dorf bezeichnen kann. Fast in jedem Dorf gibt es kleine Supermärkte und Batikläden.

Es gibt eine Polizei, ein Krankenhaus, eine Schule, ein Flughafen und natürlich eine Moschee – überhaupt ist man an den meisten Plätzen der Insel streng moslemisch orientiert.

Malaysia reisen - Tioman

Die Bungalowanlage sollte man erst auf der Insel wählen, nachdem man sie besichtigt hat. Einige sind doch ziemlich heruntergekommen und voller Flöhe.

Tioman ist eine Insel für herrliche Wanderungen entlang der Strände oder durch den Dschungel. Manchmal bekommt man auch einige der Echsen zu sehen. Festes Schuhwerk auf dem Weg zum Gunung Kajang und durch den Dschungel zur anderen Seite ist empfehlenswert, aber im Allgemeinen sind die Wege sehr gut begehbar. Die Buchten um Kampung Juara sind optisch gesehen schöner und weniger besucht, aber es soll an einigen Stellen viele Sandflöhe und Quallen geben.

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Jacko
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