Doi Suthep

Doi Suthep2

Das Wahrzeichen von Chiang Mai ist ein 1080 Meter hoch gelegenes Kloster. Es ist etwa 16 Kilometer von der Stadt entfernt und kaum zu verfehlen.

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Die kurvenreiche Strecke führt am Zoo vorbei durch eine kühle Waldregion und ist am besten mit dem Motorrad zu erreichen. Wenn man nicht selbst fahren möchte, dann bieten sich die roten Songthaews an.

Am Wochenende sollte man die Anlage möglichst meiden, denn Doi Suthep ist auch ein beliebtes Ausflugsziel der Thais. Da drängelt man sich dann schon mit einigen 100 Menschen die 290 Stufen hinauf und kommt sich eher vor wie auf einem Jahrmarkt und nicht wie an einem Ort der Meditation.

Dass man geplant hatte, eine Gondel zu errichten, das sagt schon alles. Dass es nicht so weit kam, war den Umweltschützern zu verdanken.

Dein Reisefreund
Jacko
http://www.travellerweb.de/

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Thai Elephant Conservation Center

Autor: Eva Galvan-Wagener

Autor: Eva Galvan-Wagener

Etwa 28 Kilometer auf dem Weg nach Chiang Mai wird man an der Hauptstraße aus dem Bus geworfen, dann sind es noch etwa 3 Kilometer zu Fuß, bis man den Eingang erreicht. Das Center wurde zum Schutze der Elefanten errichtet, sie zählen zu den bedrohten Tierarten der Welt. Außerdem soll es die Tradition des Arbeitselefanten bewahren – also sozusagen eine Lehre, wo jungen Elefanten beigebracht wird in Reih‘ und Glied zu laufen, Baumstämme zu transportieren und vor allem zu gehorchen. Über eine artgerechte Tierhaltung kann man sicherlich diskutieren, aber die Tiere werden gut behandelt und vor Wilderei bewahrt. Besonders beim alltäglichen Bad sieht man, wie sie es genießen.

Die Vorführungen zeigen, zu was die riesigen Geschöpfe fähig sein können und wie geschickt sie die schweren Stämme fortbewegen – und mal ehrlich; sind wir Menschen etwa zur Arbeit geboren?

Trotz der schönen Umgebung reicht ein halber Tag aus, um sich ausgiebig in dem Center zu informieren.

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Vom Eingang des Centers wird man auf einem Pick-up zur Hauptstraße zurückgebracht, von dort aus ist es dann nur noch ein Katzensprung nach Chiang Mai.

Dein Reisefreund
Jacko
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Thailand reisen, der Norden – Mae Hong Son

Mae Hong Son – Stadt des Nebels

Autor: Herbert Jeckl

Schon der Anblick von oben ist eine Augenweide. Noch schöner als Pai schmiegt sich Mae Hong Son in die Hügel hinein. In einem See spiegeln sich Palmen und die Chedis des Wat Chong Kham. Es herrscht eine friedliche Stille und die Stadt scheint fast ausgestorben zu sein. Auf den Hängen blühen scharenweise Sonnenblumen und färben den grünen Teppich. Nichts ist von der Sonne verbrannt. Einen Monat nach unserer Abreise aus Deutschland bedankt sich Thailand mit einem grandiosen Naturschauspiel für unseren Besuch. – Tja, seit einem Monat sind wir am heutigen Tag unterwegs und ich habe meine Entscheidung in keiner Minute bereut. Die Zeit vergeht wie im Flug. Mit Mae Hong Son und der prächtigen Umgebung werden wir noch einmal belohnt.

Autor: Herbert Jeckl

Über 100 neblige Tage soll es in Mae Hong Son im Jahr geben, zum Glück blieben wir davon verschont. Wir erlebten hier eine bombige Zeit und für uns war diese Stadt die schönste Thailands.
Mae Hong Son sollte vorerst unsere letzte Station in Thailand sein, obwohl ich eigentlich bis zum ‘Goldenen Dreieck’ wollte. Erst nach langem hin und her hatten wir uns entschieden, lieber ein paar Tage länger hier zu bleiben und nicht in den Norden zu hetzen.

Autor: Herbert Jeckl

Ko Phi Phi – Urlaub günstig und schön

Autor: Eva Galvan-Wagener

Der Rückweg im Dunkeln wurde zu einem kleinen Abenteuer, jede Menge Krebse rannten am Strand entlang und wir mussten über Felsen klettern, wenn wir nicht den längeren Weg durch den Wald nehmen wollten. Natürlich hatten wir keine Taschenlampe dabei.
Am nächsten Tag waren wir schon wieder sehr früh unterwegs zu unserer neuen Unterkunft etwas näher zum Dorf hin. Hier war es nur halb so teuer, dafür aber auf einer bewaldeten Anhöhe in sehr einfachen Bungalows, in denen man nicht einmal gerade stehen konnte.
Toilette und Dusche war außerhalb und in der Dunkelheit nicht gerade leicht zu finden. Dafür war unterhalb der Anlage eine wunderschöne Bucht mit einem gemütlichen Restaurant, das die Idylle der Insel widerspiegelte.

Auf Entdeckungsreise

Heute wollen wir die Insel entdecken und uns die Gegend mal von oben anschauen. Ein schmaler Pfad führt hinauf zu den Gipfeln der Insel. Wir sind nicht die einzigen, die von dort die Sonne untergehen sehen wollen.
Ein wunderschöner Blick über die Lo Dalam Bay und die Ton Sai Bay belohnt uns für die Anstrengung.
Ein herrliches Motiv für Fotografen.

Autor: Herbert Jeckl

Wir warteten nicht, bis die Sonne hinter den Hügeln verschwunden war und machten uns auf den Rückweg. Das Dorf war voll von Bars, aus denen laute Musik dröhnte. Dass die Leute, die hier übernachteten einen ruhigen Schlaf fanden, bezweifelten wir. Wir waren froh, ein Stück weiter weg zu wohnen.
Trotzdem hatten wir am nächsten Morgen gleich neuerlich einen Unterkunftswechsel in Richtung des Dorfes vollzogen.
Unser Tauchkurs begann an diesem Tag und wir wollten nicht jeden Morgen so weit laufen. Wir ließen uns in einem netten Bungalow im Phi Phi Andaman Resort nieder, von hier aus war das Dorf auf einem bequemen Weg in 15 Minuten zu erreichen.

„Ist das nicht Sanae und David“, stutzte Claudia. Sie hatte recht, es waren die beiden. Inzwischen hatten sie auch uns gesehen und winkten uns zu.
„Seid ihr also doch gekommen“, freute sich Sanae und mir fuhr wieder ein Ruck durchs Herz. „Dann können wir ja später essen gehen.“
Irgendwie freute ich mich, sie wiederzusehen und irgendwie tat es weh. Wir gingen mit ihnen zum Italiener und in die Reggae-Bar, der Abend wurde lustig und sehr schön.
Am nächsten Tag kam sie alleine zu unserem Bungalow. Auch ich war alleine. Claudia war nach unserem Tauchkurs noch im Dorf geblieben.
Wir redeten lange über ihre Pläne und ich hörte aus ihren Worten, das sie nicht wusste, was in nächster Zukunft mit ihr geschehen sollte.
So verging die Zeit bis zum Ende unserer Inseltage. Nach dem Tauchkurs trafen wir uns meistens zum Essen und zogen zu viert durch die Restaurants.
Und wieder hieß es Abschied nehmen – zum dritten Mal und wohl auch zum endgültigen Mal.

Good-bye Ko Phi Phi – Good-bye Sanae!

Thailand – der Süden und meine Erfahrungen am Rai Leh Beach

In der Nacht wanderte ich von einer Strandbar zur anderen. Ich unterhielt mich lange Zeit mit einem Deutschen, der nur zufällig hier gelandet war.
Ihm hatte es so gut hier gefallen, dass er das letzte Boot zurück verpasst hatte und nun am Strand übernachten wollte. Eine Einladung in meinen Bungalow wollte ich ihm nicht machen, es gab genügend „schräge Vögel“ hier, auch wenn er nicht die-sen Eindruck auf mich machte.
Wir saßen lange, tranken und redeten viel. Es wurde spät in dieser Nacht – sehr spät.

Autor: Herbert Jeckl


Ich habe wohl wieder einmal den Fehler meines Lebens gemacht.
Schon den ganzen Tag laufe ich von Rai Leh East zu Rai Leh West und suche nach Sanae. Immer wieder frage ich im vollbesetzten Coco Bungalow, ob nicht eine Nachricht für mich da sei und schaue am Infobrett – aber es ist nichts da.
Was wird wohl Claudia jetzt in Phuket machen? Hoffentlich geht es ihr gut.
Ich fühle mich immer noch miserabel, dass ich sie alleine gelassen habe – wegen einer Japanerin, die ich nur von einer 3-Tage-Tour her kenne, und die nun nicht einmal da ist.

„Hi, Jacko!“, rief mich eine weibliche Stimme aus meinen Gedanken. Es war Sanae.
„Bist du also tatsächlich hierher gekommen“, sagte sie ungläubig.
„Klar, ich habe doch gesagt, dass ich am 19. Hier sein werde“, erwiderte ich meines Versprechens bewusst. Schließlich war ich am richtigen Tag hier, sie erst einen Tag später – aber das war in Anbetracht des langen Weges schon okay.
Mich störte etwas anderes viel mehr. Weiterlesen

Ko Phi Phi – Inseltraum für Rucksackreisen

Autor: Herbert Jeckl

Ko Phi Phi ist abenteuerlich und wild mit steilen, zerklüfteten Hügeln und dichtem Dschungel – aber auch romantisch und schön, mit langen, weißen Sandstränden,
die weit ins Meer hineinführen.
Unzählige Kokospalmen säumen die Strände und spenden Schatten und das klare blau und grün schimmernde Wasser lockt zu einem Bad.
Ko Phi Phi ist Party, Spaß und Tauchen – aber auch Ruhe und Erholung in verträumten Buchten und auf einsamen Dschungelpfaden.

Autor: Herbert Jeckl


Wer in den Süden von Thailand reisen möchte, findet auf Ko Phi Phi einen wunder-schönen Platz. Auch Familien mit Kindern können sich auf dieser Insel erholen, da es
hier keinen Verkehr gibt. Hier erledigt man das meiste zu Fuß oder mit den sogenannten „Taxibooten“, die einen zu den verschiedenen Stränden befördern.
Long Beach war für mich der schönste Strand auf dieser Insel, dafür lag er am weitesten von dem Dorf entfernt.

Das Wasser ist wunderschön und die Strände führen weit und flach ins Meer hinein – deshalb auch für Kinder geeignet.
Weiter draußen ist das Paradies für Taucher, die wunderschöne Korallenriffe entdecken können. Auf der Insel kann man nach meinen Erfahrungen gute Tauchkurse zu einem akzeptablen Preis belegen.

Wer die Ruhe bevorzugt, sollte sich eine Unterkunft abseits der Stadt suchen und die Wanderung dorthin in Kauf nehmen – es gibt doch die ein oder andere Veranstaltung, bei der es nicht gerade leise zugeht.

Auf alle Fälle ist Ko Phi Phi einen Abstecher wert – für Rucksackreisende, für Singles und für Familien mit Kindern denen es Spaß macht durch Thailand zu reisen.

Nächtliche Eindrücke

Heute möchte ich euch Ayutthaya vorstellen, wie es vor der großen Hochwasserkatastrophe war.

Wir können nur hoffen, dass die starke Überschwemmung der alten Königsstadt und ihren Tempeln nicht zu sehr zugesetzt hat und dass sich die Gegend wieder von dem Hochwasser erholt.

Besonders nachts bieten sich sehr schöne Fotomotive – klickt auf diesen Link und schaut euch das Video an!

Autor: Herbert Jeckl

Ayutthaya – alte, geheimnisvolle Ruinenstadt. Unter dem beinahe vollen Mond liegt Tau auf dem Gras. Mystisch gleiten die Nebelschwaden über dem Boden dahin und steigen auf, bis sie in der Hitze der Nacht verdunsten. Nur wir sind hier. Niemand ist hier und es ist still zwischen den alten Gemäuern – fast unheimlich. Nur wenn man die Entfernung zu den anderen Tempeln kennt, kann man sich vorstellen, wie groß und prachtvoll diese Stadt wohl gewesen sein musste. Ich umrunde die steinernen Denkmäler einige Male und versetze mich in die Zeit zurück, als bei Hofe noch gesungen, getanzt und gelacht wurde. In meiner Phantasie sehe ich Frauen über den Rasen stolzieren, Könige treffen sich mit Königen von anderen Reichen, Händler bringen Waren aus fernen Ländern, feiern mit den anderen und Gaukler unterhalten sie dabei – aber das ist alles nur eine ferne Ahnung.

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Loy Krathong in Sukhothai

Autor: Herbert Jeckl

Dieses Jahr war Loy Krathong am 12.11. – leider konnte ich dieses Jahr nicht mit dabei sein. Loy Krathong ist immer in der Vollmondnacht im November. 
Es ist eines der schönsten Feste und für mich das romantischste Fest in Thailand.

Lest mehr darüber.

Autor: Herbert Jeckl

Trotz der Menschenmassen ist es so friedlich hier.
Boote aus Bananenblättern treiben ruhig im Wasser dahin. Auch ich kaufe so ein Boot, bestückt mit einer Kerze, Blumen und Räucherstäbchen – es ist für Claudia.

Sie zündet die Kerze an und setzt es aufs Wasser. Da geht es fort, wahrscheinlich von einem Wunsch begleitet mit den Gedanken an ihren Liebsten – der so weit fort ist von ihr.
Ich sehe, wie traurig sie ist, dass er jetzt nicht bei ihr sein kann und bete, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht.

Die kleinen Boote aus Bananenblättern sind Opfergaben an Mae Khinghe, die Göttin des Wassers – ein Fest, das an Romantik und Atmosphäre nur schwer zu übertreffen ist.

Die Planung und die Suche nach dem Reisepartner

Autor: Eva Galvan-Wagener

Ich fühlte mich sicherer, wenn noch jemand mitreisen würde und mir fiel auch spontan die perfekte Reise-partnerin ein. Sabine natürlich, mit ihr war ich schon in Mexiko unterwegs. Sie würde sich ebenso für eine längere Tour begeistern können wie ich.

Ich rief sofort bei ihr an und berichtete von meiner absolut genialen Idee. Jubelstürme am anderen Ende der Leitung sagten mir, dass ich mich nicht getäuscht hatte – Sabine war die richtige für dieses Abenteuer. Sie war von dem Gedanken einer langen Reise völlig aus dem Häuschen. Ein Redeschwall plätscherte durch die Leitung auf mich zu und für sie stand auch schon fest, wohin die Reise gehen sollte.

Südostasien natürlich! Wohin sonst?“, brüllte sie durchs Telefon. „Das ist das perfekte Ziel für Langzeitreisende.“

Autor: Herbert Jeckl

Sie schwärmte von ihrem letzten Urlaub in Thailand und träumte von Vietnam, schon war das Ziel gesteckt. In diesem Punkt waren wir uns also einig.

Die nächsten Wochen schwebte ich nur noch dahin und sah meinen Traum immer mehr zur Wirklichkeit werden. Wir telefonierten häufig miteinander und führten stundenlange Gespräche – bis dann der 8. Juni kam.

Sabine hatte ihren Traummann gefunden und sich Hals über Kopf verliebt.

„Wie kannst du unsere Tour nur wegen einem Kerl abblasen wollen?“, fragte ich schockiert. Das war mir unbegreiflich.

„Ja…, und dann habe ich noch die Chance, mich beruflich weiterzubilden, …und überhaupt, …und, …und, und…“, druckste sie herum.

„Hallo, hallo! Mayday – Mayday! Beamt mich wieder herunter!“

All meine Versuche, sie zu überreden waren vergebens. Sie hatte ihren Entschluss gefasst und ich fiel von Wolke 7 wieder hinunter auf die Erde. Aber ich wollte meinen Plan nicht aufgeben. Ich leckte meine Wunden und machte mich auf die Suche nach einem neuen Reisegefährten. Ich hätte mir im Alter sonst wohl immer vorgeworfen: „Mensch, warum hast du es nicht gemacht? Warum warst du zu feige?“

In meinem Bekanntenkreis gab es leider niemanden, dem die Sache so viel wert gewesen wäre, um seinen Job einfach an den Nagel zu hängen – also weiter; ich versuchte es mit einer Zeitungsanzeige und Flugblättern, die ich an die Tramper-Shops hing.

Meine Anzeige war so neutral gestaltet, dass niemand mitbekam, ob ich Männchen oder Weibchen bin.

Spontan und reisebegeistert, so wie ich? Dann melde dich!

Suche Reisepartner für einen Trip von September bis Mai.

Wohin? – Südostasien!

Somit wusste niemand, dass ich weiblich, 28 und ledig war. Wenn jemand anrufen würde, dann also nur, weil es ihm um die Reise ginge.

Das Telefon blieb stumm und ich startete meinen nächsten Versuch mit einem Reiseinterview bei SWF 3.

Es dauerte seine Zeit, bis der erste Anruf kam. Er hieß Wolfgang und hatte eine sympathische Stimme. Zudem hatte er anscheinend auch schon öfters lange Rucksacktouren unternommen und hatte somit also auch Reiseerfahrung. Ich konnte keinesfalls einen Begleiter brauchen, den ich die ganze Zeit hinter mir herziehen müsste.

Wir verabredeten uns auf halber Strecke an einem neutralen Ort. Der Bahnhof schien mir die richtige Atmosphäre zu bieten.

„Groß, blond, blauäugig und Mitte 30!“ So hatte er sich beschrieben. Aber so sehr ich auch suchte, es gab hier keinen einzigen Mann zu dem diese traumhafte Beschreibung gepasst hätte. Also setzte ich mich erst einmal hin und wartete. Nach etwa zehn Minuten kam ein Kerl zu mir herüber und fragte: „Bist du Claudia?“

„Ah – ja …“, stotterte ich.

Ich war sprachlos. Er war klein, hatte schütteres angegrautes Haar und einen Teddybär Bauch – also eigentlich genau das Gegenteil seiner Beschreibung. Verdutzt saß ich da und war zum Teil erstaunt über sein Selbstbewusstsein, aber anderseits war ich enttäuscht, dass er mich angelogen hatte. Wie sollte da das Vertrauen zustande kommen, das man für eine lange, gemeinsame Tour braucht? Wobei mir sein Aussehen ja egal war. Schließlich suchte ich nach einem Reisepartner und nicht nach einem Lebensgefährten. Wir unterhielten uns eigentlich ganz nett und hatten auch gemeinsame Interessen; bis er dann auf den Punkt kam und so ganz nebenbei erwähnte, dass man ja eine lange Zeit zusammen unterwegs wäre und neben dem Austausch der neu gewonnenen Eindrücke von der Reise, würde sich auch ein Austausch von Zärtlichkeit kaum vermeiden lassen – …so, bei einem romantischen Sonnenuntergang unter Palmen, womöglich auch noch bei einem Gläschen Sekt.

Also, für ihn war körperlicher Kontakt inbegriffen, mit ihm wollte ich das Zimmer lieber nicht teilen. Die Sache war für mich erledigt und ich widmete mich meinem nächsten Kandidaten.

Er war Agrarbiowissenschaftler oder so ähnlich. Das hörte sich ja ganz vielversprechend an, aber als er dann nach einem zweistündigen Monolog endlich eine Pause einlegte, wusste ich, dass auch er nicht der richtige für mich war. Jetzt wusste ich zwar alles über das Klonen eines Weizenkeimes und über die Düngemittel auf einem Demeter-Bauernhof, aber ich wusste nichts über die Ziele seiner bevorstehenden Reise. Nein danke! Sechs Monate Düngemittel und Weizenkeime, das wäre wirklich zu viel des Guten. Ich war schon heilfroh, dass ich diesen Nachmittag ungeklont überstanden hatte.

Auch der nächste war ein komischer Kauz.

„Wohin soll die Reise gehen? Türkei?“ rief er an.

„Nein, Südostasien!“ antwortete ich.

„Auch gut. Dahin komme ich auch mit. Da kann man gut Kohle machen, mit so billigem Zeug; Glasperlen und so.“

Komisch, ich dachte immer, das Zeug wird drüben billig gekauft und bei uns wieder teuer verkauft. Na egal, auf jeden Fall wieder nicht der richtige.

Auch die weiteren Interessenten genügten meinen Ansprüchen nicht. Verlangte ich etwa zu viel? Im Übrigen hatte sich zu meinem Erstaunen keine einzige weibliche Person auf die Anzeige gemeldet.

Langsam freundete ich mich mit dem Gedanken an, die Tour alleine zu starten. Es gibt ja auch Vorteile, wenn man alleine unterwegs ist. Man ist ungebunden, muss auf niemanden Rücksicht nehmen, keine Absprache wohin, wann und wieso, …

Mitten in meine Organisation platzte dann Jackos Anruf hinein.

Autor: Eva Galvan-Wagener

Tja! Bei mir war das so, …

Ich hatte eine Menge Überstunden und den gesamten Urlaub von zwei Jahren zur Verfügung. Also überlegte ich, wo ich meine angesparte Freizeit am liebsten verbringen würde – auf keinen Fall in den ungemütlichen Wintermonaten zuhause in Deutschland. Die Karibik wäre eigentlich mein gewähltes Ziel gewesen, – bis dann eine Freundin von Claudias Interview erzählte.

„He, Jacko! Du hast doch diesmal keine Lust, alleine auf Tour zu gehen. Im Radio sucht eine Frau aus der Umgebung einen Reisepartner für Südostasien. Die hat sich ganz vernünftig angehört. Ruf doch mal bei SWF 3 an.“

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