Über Erlebnisse in Kuala Lumpur

Autor: Eva Galvan-Wagener

Autor: Eva Galvan-Wagener

Wieder waren wir auf der Suche nach einem Gästehaus. Zwischen der Pudu Raya-Busstation und Chinatown gibt es für den Traveller die meisten Möglichkeiten.

Nachdem wir im Backpacker’s Traveller Inn kein Zimmer mehr bekommen hatten, gingen wir wieder auf die altbewährte Methode über. Claudia suchte nach einem Zimmer und ich passte aufs Gepäck auf. Wir mieteten uns in Traveller’s Moon Lodge ein und gingen gleich wieder auf Entdeckungsreise.

Die Jl. Silang, wo wir wohnten, ist sehr zentral gelegen. Von hier aus konnten wir alles gut zu Fuß erlaufen, aber heute galt unser Augenmerk erst einmal Chinatown und Serina. Wir hatten sie angerufen und uns mit ihr am Abend beim Central Market verabredet.

Eilig kam Serina auf uns zu gerannt und genauso schnell ging Claudia ihr entgegen. Die beiden verstanden sich gleich wieder blendend.

Als wir in dem Restaurant nebenan etwas trinken gingen, setzte sich ein Däne zu uns an den Tisch. Er war etwas seltsam, anscheinend war er zum ersten Mal außerhalb Europas unterwegs. Er war sehr nervös und unsicher.

Als Serina uns dann verließ, machten wir uns auf den Weg Chinatown und die Essenstände zu erkunden. Der Däne folgte uns. Beim Essen schlug er erst mal auf das Fleisch, um zu sehen, ob es überhaupt tot ist; er wollte ein Bier, aber das war ihm zu teuer, obwohl es hier eigentlich recht günstig war. Er hätte nicht so viel Geld, wollte aber 3 Monate lang in Südostasien unterwegs sein. Er jammerte andauernd über das Geld, und das schon an seinem ersten Tag. Und dann machte er den Vorschlag: „Ich könnte doch morgen mit euch kommen, wenn ihr in die Berge fahrt.“

„Ich glaube, das ist keine gute Idee“, schoss es wie aus einer Pistole aus mir heraus und ich hatte den Eindruck, dass Claudia gleich dachte. Schließlich hatten auch wir so etwas wie Urlaub und da wollten wir nicht Kindermädchen spielen, wobei er sich auch noch arge Gedanken über sämtliche Impfungen und Krankheiten machte.

„Dann gehe ich wohl gleich morgen nach Singapur“, war sein nächster Gedanke.
„Singapur? Ich denke, du hast kein Geld? In Singapur ist es doch viel teurer als hier“, erklärte Claudia.

„Oh!“, war nur seine entrüstete Reaktion. Nein – dieser Kerl war mir nicht ganz geheuer. Er hatte keine Ahnung, wie lange er sich in einem Land aufhalten durfte. Er hatte keine Ahnung von den Kosten in Südostasien – er hatte eigentlich gar keine Ahnung, was er hier wollte. Und er hatte Angst, in Kuala Lumpur alleine zu sein. Dabei war es unserer Meinung nach eine angenehme Großstadt, wir hatten nie Angst, nachts durch die Straßen zu schlendern. Wir verabschiedeten uns von ihm und zogen unseres Weges. Der nächste Tag wurde zu einem Wander- und Kulturtag. Ich war von Kuala Lumpur überrascht, die Stadt hatte mir von Anfang an gefallen, auch wenn viele sagen, sie hätte keinen Charme. Ich glaube, die hatten die Stadt nur aus einem Auto gesehen und waren im Stau gestanden. Ich nahm einen anderen Eindruck mit.

Kuala Lumpur ist eine lebendige, pulsierende Stadt. Hier reihen sich Gegensätze aneinander. So viele verschiedene Menschenrassen – verschiedene Kulturen und Architekturen verbinden ganze Straßenzüge und vereinen sich beinahe. Versteckte Tempel, verworrene Gassen, aber überall ist Leben.

Wir waren auf der Suche nach den versteckten chinesischen Tempeln und den hinduistischen Schreinen, aber die Suche entpuppte sich als gar nicht so einfach. Einige der Tempel waren von den immer näher rückenden Betonburgen fast aufgefressen worden und ihre Eingänge waren von Imbissständen umzingelt. Wie wir auch suchten, immer wieder liefen wir an dem Eingang zum See Yeoh-Tempel vorbei, der sich in einer schmalen Gasse versteckte. Dazu war Claudia auch noch gereizt – es war das erste Mal, dass ich sie so erlebte.

Autor: Eva Galvan-Wagener

Autor: Eva Galvan-Wagener

„Ach, nimm du auch mal den blöden Reiseführer und such den Tempel selbst“, fuhr sie mich an. Es war eine neue Seite an ihr, die ich noch gar nicht kannte. Zum Glück hielt ihre schlechte Laune nicht lange an.

Nach der Tempelbesichtigung machten wir einen Bummel durch die riesigen Einkaufszentren im Goldenen Dreieck und danach ging es runter zum Merdeka Square, wo die Unabhängigkeit Malaysias ausgerufen wurde und angeblich der höchste Fahnenmast der Welt stehen soll.

Und gleich gegenüber die wunderschönen Kolonialbauten – eine herrliche Straße, nie hätte ich mit so viel Schönheit in Kuala Lumpur gerechnet.

Autor: Herbert Jeckl

Autor: Herbert Jeckl

Euer Reisefreund
Jacko

Hier geht es zu meinem neuen Blog – falls euch auch Reiseziele in Europa interessieren, schaut doch mal vorbei. Travellerweb.de