Morgenmarkt in Muong Sing und die Weiterreise

Morgenmarkt in Muong Sing

6.00 morgens. Im Schleier des Nebels laufen die Menschen zum Markt.
Zum größten Teil sind es Frauen, die hier ihre Einkäufe tätigen und ihre Waren verkaufen.
Viele verschiedene Trachten kann man hier sehen, ich glaube die Tracht der Akha zu erkennen und die der Shan. Die meisten Menschen hier gehören zu den Lü, einem Volk der Berg-Thai Stämme – Muong Sing gilt als die Hauptstadt der Lü. Aber zu diesem Markt kommen sie alle von ihren Bergdörfern herunter, um Handel zu betreiben, auch von der chinesischen Seite sind Waren zu finden.
Es ist ein Markt des Dorfes, kein Touristenmarkt. Oftmals werden Waren mit Waren bezahlt anstatt mit Geld – und wenn die meisten Fremden hier aufwachen, sind sie schon wieder auf dem Heimweg zurück in die Berge.

Muong Sing

Entgegen der Meinung unserer Vermieterin hatte ich Claudia überzeugt, dass es besser wäre frühmorgens weiterzufahren.

„Ihr kommt nur bis Luang Namtha, der letzte Bus von dort nach Oudomsay fährt morgens um zehn oder elf“, behauptete sie.

Ich konnte mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Was machten all die anderen Leute, die von dort weg wollen. Außerdem waren wir schon so oft erst nachmittags unterwegs gewesen. Wenn wir um 10.00 Uhr dort wären, warum um Gottes Willen sollten wir dann keinen Pick-up mehr bekommen.

„Komm, versuchen wir es. Wenn wir um 6.00 Uhr aufstehen, können wir uns noch ein bisschen den Markt ansehen“, drängte ich.

Claudia war zwar skeptisch, aber auch sie wollte den Morgenmarkt nicht verpassen, er ist die eigentliche Attraktion in Muong Sing.

Muong Sing

Zurück in Richtung Süden

Der Bus startete fast pünktlich um 7.30 Uhr und brachte uns nach Luang Namtha, wo man anscheinend nur noch auf uns wartete. Ohne Verzögerung kamen wir weiter bis Oudomsay. Dort überredeten wir zwei Engländerinnen nicht mit dem Boot, sondern mit uns in einem Pick-up nach Luang Prabang zu fahren. Leider reichten wir vier noch nicht aus für eine Fahrt. Zum Glück kam noch ein Farmer hinzu, der aber nicht alleine war. Zwei Körbe voll mit Hühnern machten den Platz auf der Pritsche wieder mal verdammt eng und unbequem – und somit nach dem laotischen Gesetz fertig zur Abfahrt.

Immer wieder entwischten die Hühner durch die breiten Maschen und pickten uns in die Füße. Die ganze Fahrt über war der Farmer beschäftigt, sie wieder einzufangen und in einen der Körbe zu verfrachten. Irgendwann wurde es ihm zu dumm, dann stopfte er alle in einen Korb und warf den anderen nach draußen – nicht unbedingt die nette Art, ich hatte richtig Mitleid mit den Tieren. Aber was sollte ich tun? Auch wenn er mich verstehen würde, hätte er meine Gefühle für die Tiere nicht mit mir teilen können.

Es wurde dunkel und immer kälter. Wir hatten alles an warmer Kleidung an, was wir dabei hatten. Endlich kamen wir in Luang Prabang an, aber es war zu spät, um einen Platz in unserem schönen Hotel zu bekommen. Auf unserer Zimmersuche trafen wir noch einen bekannten aus dem Rama-Hotel. Ein Italiener, der schon beim ersten Mal den Allwissenden über Laos heraushängen ließ.

„Oje, oje, wie könnt ihr nur um diese Zeit noch ein Zimmer suchen? Da bekommt ihr nie etwas.“

Als ob wir das mit Absicht gemacht hätten. Er konnte uns nur mit schlechten Tipps dienen. Wir versuchten unser Glück am Mekong. Inzwischen waren wir so müde, dass wir das Letzte nehmen würden und genau das bekamen wir – das ‚Letzte‘.

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Jacko
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Muong Sing – am Ende der Welt

Muong Sing – mit dem Fahrrad zur Grenze nach China

 

muong-singWie üblich machten wir uns auf den Weg durchs Dorf, das wohl noch kleiner als Luang Namtha war, um neues zu entdecken. Ein Lastwagen, dessen Motor offen auf der Karosserie mit einigen Bügeln befestigt war und eine Tankstelle, von der das Gemisch über Pumpbetrieb in die Kanister gelang, war so ziemlich das einzige an höherer Technik, was wir hier zu sehen bekamen – aber die Menschen schienen deswegen nicht weniger glücklich zu sein.

Nachts war auch hier alles dunkel. In dem kleinen Restaurant unter unserem Zimmer gab es Kerzenschein und gutes Essen, das für jeden Magen verträglich war. In der Nähe gab es sogar eine Tanzdiele. Bis etwa 11.00 Uhr gab es für die einheimische Band Strom vom Generator, um für Unterhaltung zu sorgen.

Zu meiner Überraschung traf ich den Schotten mit seiner finnischen Frau hier wieder. Anscheinend hatte ich ihn doch für diese Gegend interessiert. Wir saßen wieder, bis die letzte Kerze erloschen war und diskutierten die meiste Zeit über den besten Freund des Menschen – den Hund.

muong-sing

Die Gegend um Muong Sing ist sehr reizvoll mit grünen Hügeln umgeben. Für die etwa 12 Kilometer bis zur chinesischen Grenze, hatten wir uns für ein Fahrrad entschieden (ich hatte auch niemanden gesehen, der ein Moped vermietet hätte). Wir wollten ja mal wieder etwas für unsere körperliche Fitness tun.

Auf einer Schotterpiste ging es los, vorbei an Wiesen und Feldern, den Weg entlang zur Grenze, der in die südchinesische Provinz Yunnan führt. Das Wärterhäuschen war nur ein Holzschupfen in dem ein Posten saß, den aber nicht viel zu interessieren schien. Er machte mal nicht den Eindruck, dass er demnächst mit einer Invasion der Chinesen rechnete.

muong-singTrotzdem war das STOP in 3 Sprachen geschrieben und wohl eindeutig (das eine Schild ähnelte sehr dem unseren), da wollten wir die Arbeitsmoral des Grenzpostens in puncto Einreiseerlaubnis nicht auf die Probe stellen.

Es ist die Nähe zu China, dass es so reizt, hierherzukommen.
Ich fühle mich wie am Ende der Welt – als wäre sie eine Scheibe und hinter dem nächsten Hügel würde das Nichts beginnen.

Zurück nach Muong Sing

Als unsere Emotionen verflogen waren, machten wir uns auf den Rückweg nach Muong Sing. Diesmal ging es zum Glück öfter bergab, denn wieder einmal machte mir das Fahrrad zu schaffen.

„Jetzt reicht es aber so langsam“, schimpfte ich wütend. „Immer fällt mir der Treter herunter.“

Claudia schaute mich nur an und schüttelte den Kopf, als wenn es meine Schuld gewesen wäre, dass der Drahtesel kaputt war. Wieder mal bei so einer ungewollten Pause, kamen drei Mädchen aus einem der Bergdörfer von irgendwo her. Ich hatte sie erst gar nicht bemerkt, plötzlich waren sie einfach da.

Ihrer Kleidung nach, würde ich sie zu den Shan einstufen. Sie hatten eingesetzte Goldzähne und eine bunte Tracht. Es hätte mich schon einiges interessiert. Wer setzte ihnen die Zähne ein? War es richtiges Gold, oder war es ein anderes Material …

Dein Reisefreund
Jacko
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Eine Nacht in Luang Namtha

Es war Nacht, als wir in Luang Namtha ankamen – wirklich Nacht, denn es gab keinen elektrischen Strom hier und es gab nicht genügend Zimmer in dem Gästehaus, zu dem uns der Fahrer brachte.

Luang Namtha

Knobeln für eine Unterkunft in Luang Namtha

„Dann müssen wir halt knobeln, wer hier bleiben darf“, schlug der Texaner vor. „Ein Zimmer ist ja noch frei.“

„Einverstanden!“ stimmten alle zu.

So saßen wir auf dem Pick-up und von jedem Pärchen knobelte eine Person – es war das übliche internationale Spiel – Stein, Brunnen, Schere, Papier. Zweifelnd schaute der Fahrer und die Besitzerin des Gästehauses zu und wartete, bis bei uns eine Entscheidung viel. Dann war es soweit.

„Ah, ich hab’s! Ich hab’s!“ rief Claudia laut vor Freude und fuchtelte mit ihren Händen herum.

Wusste ich doch, dass man sich auf sie verlassen konnte. Es war schön, dass wir die Zimmersuche in Luang Namtha auf diese faire Weise regeln konnten, keiner wollte sich vordrängen. Diesmal war das bessere Ende auf unserer Seite und die anderen mussten weitersuchen, aber Luang Namtha war nicht so groß, da sollten wir uns bald wiedersehen.

Auf Entdeckungstour in Luang Namtha

Wir brachten unsere Rucksäcke auf das Zimmer und gingen gleich auf einen Stadtrundgang, so wie immer, wenn wir an einen neuen Platz kamen.

Das Dorf ist kaum zu finden – es ist finstere Nacht. Nur Petroleumlampen und Kerzen an den Ständen leuchten uns den Weg. Aber es ist sehr interessant, so durch die Gegend zu schlendern, wo man kaum die Hand vor Augen sieht.

Als wir zum Gästehaus zurückkamen, trafen wir die anderen wieder. Es gab nicht viele Unterkünfte hier und unser Gästehaus schien das einzige zu sein, in dem etwas Essbares zu finden war. Mit der Untermalung eines kleinen Generators hatten wir etwas Licht und Musik, aber nur bis 9.00 Uhr, dann mussten wir auf Kerzen zurückgreifen, doch das störte keinen, das machte den sowieso schon netten Abend nur noch interessanter, so wie auch unsere Unterhaltung sehr interessant war.

Interessante Gespräche

„Sag mal, wie kommt ein Texaner wie du eigentlich an den Südpol?“ fragte ich den langhaarigen Kerl, der mir eher wie einer der Baywatch-Typen aus Kalifornien vorkam.

„Tja, ich hatte noch nie Schnee gesehen. In Amerika suchten sie Leute für ein Forschungsprojekt am Südpol. Ich hatte mich beworben und sie nahmen mich“, erklärte er frisch und frei.

„Was für ein Forschungsprojekt war das“, wollte ich wissen.

„Oh, wir haben die Beschaffenheit der Gegend, die Auswirkungen der Temperaturunterschiede in der Vergangenheit auf die Eisschmelze und die Reinheit der Luft untersucht.“

„Waren dort mehrere Leute?“

„Ja, wir waren zu dritt!“

„Und wie lange seid ihr dort gewesen?“ Ich löcherte ihn ganz schön mit meinen Fragen.

„Ein Jahr.“

„Puh! Ganz schön lange.“

„Ja. Als ich nach Bangkok kam, war ich ganz schön menschenscheu. Die Leute kamen freundlich auf mich zu und ich war völlig verschüchtert.“

„Und jetzt ziehst du durch Asien?“

„Nicht nur durch Asien. Meine Freundin, die ich auf diesem Trip kennen gelernt habe, geht im Januar für immer nach Afrika. Ich ziehe dann weiter nach Europa, aber nur in die warme Gegend“, sagte er lachend. „Danach geht es dann wieder an den Südpol in die Kälte, aber diesmal nur für fünf Monate.“

Verständlich, dass er nur die warme Gegend bereisen wollte. Na, wenigstens wurde er für seine Entbehrungen fürstlich entlohnt. Ausgaben hatte er so gut wie keine, da konnte er es sich jetzt schon gut gehen lassen.

Die Chefin des Hauses sah, dass wir unseren Spaß hatten und setzte sich zu uns an den Tisch. Sie sprach sehr gut Englisch und antwortete hilfsbereit auf all unsere Fragen.

So langsam leerte sich das Lokal und die Chefin bat uns nach draußen zu gehen, bot uns aber noch Getränke an: „Da draußen sind noch zwei Tische. Wenn ihr euer Bier dort trinken könntet, dann könnte ich hier zu machen.“

„Gar kein Problem“, sagten wir, „wir wollen dich nicht um deinen Schlaf bringen.“

„Wenn ihr noch etwas wollt, klopft einfach an meine Tür.“

Travellerlatein

Aber das fiel uns nicht im Traum ein, sie und ihren Mann zu stören. Schließlich hat man ja auch ein Privatleben. Wir sorgten für Vorrat und ich setzte mich mit einem Schotten und seiner finnischen Frau an einen der Tische. Bei Kerzenlicht im Freien laberten wir bis spät in die Nacht hinein. Die beiden arbeiteten in der Sommersaison auf Mallorca und im Winter ziehen sie für vier Monate durch die Gegend – auch nicht schlecht. Auch ihnen ist auf ihrer Wanderschaft so manch lustiges und seltsames passiert, was einem erfahrenen Traveller normalerweise nicht mehr passieren dürfte – Travellerlatein. Mit jedem Bier, das der Schotte trank, wurde er lustiger und gesprächiger und mit jedem Bier fiel er ebenso immer mehr in seinen ursprünglichen, für mich nur schwer verständlichen schottischen Dialekt zurück.

Schon jetzt wusste ich, dass ich noch lange an diesen schönen Abend denken würde.

Am nächsten Morgen brachte uns die nette, hilfsbereite Chefin zum Marktplatz, wo auch die Pick-ups von Luang Namtha nach Muong Sing abfahren.

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Weiter nach Luang Namtha

Vorbei an Bergdörfern nach Luang Namtha

Plötzlich unerwartete Rufe, die Fahrt ging weiter – wieder etwa 5 Stunden bis Luang Namtha.

An einigen Bergdörfern vorbei, ging es immer weiter nordwärts in eine berauschende Bergwelt hinein.

Traumziel Laos

Unsere Gruppe hatte sich neu zusammengesetzt, weil einige in Richtung Vietnam weiter wollten.

Da war der große, blonde, braun gebrannte, langhaarige Texaner, der am Südpol arbeitete mit seiner Freundin aus Australien, die in zwei Monaten nach Afrika auswandern wollte. Er war sehr gesprächig und hatte immer ein ‚Sunshine-Lächeln‘ im Gesicht.

Dann das schwedische Pärchen; er sehr gesprächig, sie sehr schweigsam. Sie weinten ihrer einst so hervorragenden Regierung nach, die ja mal in Puncto Sozialplan als Musterstaat galt.

Das neu hinzugekommene französische Pärchen, das ein Jahr lang durch Südostasien tingeln wollte und ein weiterer Amerikaner, der nicht sehr mitteilsam war, teilten mit uns die Bank.

Von all denen, die mit uns in diesem Pick-up reisten, waren wir diejenigen, welche am wenigsten Zeit für diese Reise hatten. Alle anderen waren mehr als ein halbes Jahr unterwegs. Zuhause kam uns unsere Tour als etwas Besonderes vor – ich hatte zuvor noch niemanden gekannt, der ein halbes Jahr unterwegs war, aber hier in Südostasien schien das der Normalfall zu sein. In Laos hatten wir nur Kontakt zu Langzeitreisenden, Pauschaltouristen hatten wir keinen einzigen gesehen.

Traumziel Laos

Die Schönheit der Bergwelt im Norden nimmt kein Ende. Es ist nicht die Entfernung, die man zu überbrücken hat – es ist die Zeit, die man überbrücken muss.
Die Straße wird immer schlechter und es geht nur langsam voran.
Immer wieder müssen wir aus dem Pick-up aussteigen, Schlamm und Geröll machen die Fahrt zu einem Abenteuer.
Interessante Gespräche machen die Fahrt kurzweilig.
Ab und zu verstummen wir und genießen einfach nur die Szenerie, die an uns vorüber zieht – dann schweigen wir und widmen unsere Aufmerksamkeit dem Geschehen am Rande der Straße.
Wer nicht einmal auf diesem Wege durch Laos reist, hat Laos nie gesehen.Traumziel Laos

 

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Nordwärts in Laos

Der wilde Norden von Laos

Wer noch weiter in den Norden von Laos reisen will, muss sich im Klaren sein, dass man hier vergeblich nach schönen Tempelanlagen oder geschäftigem Treiben sucht, dass es ja schon kaum in den laotischen Städten gibt. In den meisten Gegenden gibt es nur für begrenzte Zeit Strom von dem Generator und Licht von der Petroleumlampe.

Laos Norden

Der Reichtum des Nordens von Laos liegt in der urwüchsigen Landschaft, den wilden Bergzügen mit ihren Dörfern und den Völkern in ihren traditionellen Trachten. Der Weg ist beschwerlich, doch wer ihn geht, wird begeistert sein.

Nach Berichten von anderen Traveller die Richtung Süden zogen, waren in Phongsaly Militärstreifen unterwegs, die die Gegend sichern sollten. Anscheinend gab es Probleme mit einigen Bergvölkern, die gegen den Tourismus waren (was ich mir nicht so recht vorstellen konnte). So war diese reizvolle, wilde Gegend zur Weiterreise gesperrt, aber wir wollten an die chinesische Grenze. So sollte unser Weg nun über Muong Say (Oudomsay) nach Luang Namtha und dann nach Muong Sing führen.

Um 7.00 Uhr morgens trotteten wir schwer beladen unter den Augen kopfschüttelnder Laoten zu den Bussen (oder besser gesagt zu den Pick-ups).

Neue Erfahrungen

In Pak Muong gab es wieder etwas Neues für uns zu probieren. Süßes Gebäck, das sehr lecker schmeckte. Aber es gab auch noch etwas anderes Neues – Ratten am Spieß!

Von uns traute sich keiner an sie heran, obwohl sie ja sehr gut schmecken sollen. Einige mal ging ich an ihnen vorbei, dann hatte ich mich entschieden, sie zu probieren – zu spät. Einheimische hatten mir die Ratten vor der Nase weg geschnappt.

Unsere Gruppe war wieder einmal international und sehr unterhaltsam, so kam uns der Weg nach Muong Say gar nicht mehr so lang vor. Hier war dann Endstation für unseren Fahrer und wir mussten wieder um einen Sitzplatz in einem anderen Pick-up kämpfen. Aber dieses Mal war das nicht sehr schwierig, es stand schon ein anderes Fahrzeug bereit. Der Fahrer wartete wieder so lange, bis sein Gefährt proppenvoll war und man nicht mehr gemütlich sitzen konnte. Als es noch bequem war, wollten wir dem Fahrer einen zusätzlichen Platz bezahlen, dass er endlich abfahren könnte, aber irgendwie denken die Menschen hier anders. Er wartete lieber, bis ein weiterer Fahrgast seine Dienste in Anspruch nehmen wollte, obwohl wir ihm mehr bezahlt hätten. Für uns ‚Westler‘ unbegreiflich, denn Zeit ist doch Geld. Aber Zeit haben sie hier genug. So blieb auch für uns genügend Zeit für eine weitere gute Suppe und einer Sitzung in einer Stehtoilette hinter einem Wellblechverschlag ohne Tür. Claudia musste dringend mal und ich war ihr Türsteher.

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Die Pilgerstätte Tham Thing

Impressionen einer Bootstour auf dem Mekong zur Pilgerstätte Tham Thing

Wir wollten zur Höhle Tham Thing, die nur mit einem Boot erreichbar war. Zum Glück musste man sagen – die Bootstour auf dem Mekong war unbeschreiblich schön, auch wenn das laute Geräusch des Motors manchmal störte.
Wir hatten uns extra für ein normales Boot entschieden, die Motoren der Speedboote machen noch mehr Krach.

Wie die Tour auf dem Fluß verlief, könnt ihr in dem Video sehen.

Tham Thing Höhle

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Impressionen aus Luang Prabang

Luang Prabang – Ein Highlight von Laos

Lehne dich zurück und genieße die Eindrücke von Luang Prabang. Diese Stadt – oder besser gesagt – diese Gegend war ein absolutes Highlight für mich. So viele emotionale Momente gab es auf meiner 6 Monate langen Reise sonst nirgendwo.

Luang Prabang

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Tham Thing, die Höhle am Fluss

Tham Thing

Gläubige pilgern nach Tham Thing und stellen ihre Figuren auf.
Immer mehr verschwanden in der Vergangenheit, gestohlen von Trophäenjägern – meistens waren es Touristen. Zum Schutze gegen diesen Frevel haben sich einige Menschen auserkoren, dieses Heiligtum vor Dieben und Schändern zu schützen und zu bewachen. In der Nähe von Tham Thing wurden schon mehrere Tote gefunden und bei ihnen die Buddha-Figuren, die danach wieder an ihren rechtmäßigen Platz gebracht wurden.
Niemand weiß wer es war und niemand will sie je gesehen haben, auch nicht die Polizei, und doch weiß jeder, dass es sie gibt – die Wächter des Heiligtums.

Tham Thing

„Dann hieß es, unser Land sei gefährlich für die Touristen und die Grenzen wurden wieder geschlossen“, wusste ein Einheimischer zu berichten.

…und Laos blieb mit sich allein – abgekapselt von der Zukunft und der anderen Welt.

Wenn man schon in die Fremde reist, sollte man die Kulturen und Heiligtümer anderer Völker respektieren und nicht zerstören, erscheint es einem auch noch so unsinnig. Schließlich ist man zu Gast in diesem Lande.

Unserer Meinung nach hatten die Räuber ihre gerechte Strafe erhalten, wir finden es gut, dass es diese Wächter gibt.

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Mit dem Boot unterwegs auf dem Mekong

7.00 Uhr und der Wecker klingelte. „Oh Mensch. Ich dachte, wir hätten Urlaub“, stöhnte Claudia.

Ich stand auf und schaute aus dem Fenster. „Also, mit schönen Fotos wird es wohl nichts. Es ist alles trüb und grau. Meinetwegen können wir ruhig noch liegen bleiben. Ich habe auch noch keine Lust.“

In dieser Gegend ließ sich die Sonne viel Zeit wie alles in Laos. Mit einem schlechten Gewissen, weil wir unseren irischen Freund versetzten, blieben wir liegen und machten uns erst gegen 11.00 Uhr auf den Weg zur Anlegestelle.

„Ich glaube, um diese Zeit finden wir keine Interessenten mehr, die mit uns das Boot teilen wollen“, sagte ich zu Claudia.

Nach einigem hin und her hatten wir einen fairen Preis ausgehandelt. Schließlich würde der Bootsmann an diesem Tag auch keine neuen Kunden mehr bekommen.

Tham Thing22aWir reden nicht viel auf der 25 Kilometer langen Bootsfahrt. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und genießen die Ruhe und den Frieden in dieser herrlichen Natur, die so abgeschieden von der Welt scheint. Links und rechts an den Ufern spielen Kinder und winken uns zu. Wir sind wieder in der Nähe eines Dorfes und bald steigen wir aus.

Ban Sang Hay war ursprünglich mal ein Töpferdorf, von Töpferarbeiten war allerdings nicht mehr viel zu sehen. Die Frauen haben sich eher den Webarbeiten gewidmet und die Männer ganz anderen Dingen. Böse Zungen behaupten, das ganze Dorf brenne Schnaps, den traditionellen Reisschnaps Lau Lao.

Luang Prabang

Aber an diesem Tag ließ ein anderes Ereignis die Arbeit für eine Weile ruhen. Ein blondes europäisches Kind sorgte für Aufruhr und ließ das ganze Dorf zusammenkommen. Alle wollten den Jüngling beim Spielen mit den eigenen betrachten – während andere Kinder für den Lebensunterhalt sorgen mussten. Ja, ja – das Leben ist manchmal einfach nicht fair.

Luang Prabang

Bei unserem Rundgang im Dorf fiel uns auf, dass alles sehr aufgeräumt und sauber hier war – kein Müll neben den Häusern, kein Schrottplatz im Dorf. Da könnte sich die Hauptstadt eine Scheibe abschneiden. Unsere Fahrt ging weiter, noch etwa 15 Minuten waren es bis zur Höhle.

„Gut, dass wir später gefahren sind“, unterbrach ich das Schweigen.

„Siehst du, das hast du nur mir zu verdanken. Jetzt hast du wenigstens einen blauen Himmel für deine Fotos.“

Natürlich dachte ich an meine Fotos, aber ich dachte auch an den Iren, der genauso gern fotografierte wie ich. Es tat mir Leid für ihn und ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil wir ihn versetzt hatten – das war eigentlich so gar nicht unsere Art.

Luang Prabang

Ruhig gleiten wir immer weiter den Fluss hinauf. Links und rechts umgeben uns malerische Kalksteinfelsen – nicht so bizarr und verwegen wie in Vang Vieng aber durchaus interessant. Die Fahrt wird nun immer schwieriger, die Strömung wird stärker und der Fluss hat einen niedrigen Wasserstand.
Immer wieder ragen scharfkantige Felsbrocken heraus und zwingen den Bootsmann, die Seite zu wechseln – und dann sehen wir sie… eine der Pilgerstätten von Laos.

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