Thailand reisen – der Süden und Krabi

Alleine auf dem Weg nach Krabi

Autor: Herbert Jeckl

Claudia hatte es in unserer kleinen Hütte in Phuket so gut gefallen, dass sie noch einen Tag länger bleiben wollte. Ich dagegen wollte unbedingt gehen, ich hatte mich damals in Saigon zum morgigen Datum mit Sanae am Rai Leh Beach East verabredet und ich wollte mein Versprechen auf alle Fälle einlösen.
„Wir können uns ja in Rai Leh wieder treffen“, schlug Claudia vor. „Wo habt ihr euch verabredet?“
„Im Coco House, da sollen die Bungalows am billigsten sein und gut.“
„Na, dann treffen wir uns doch dort. Und wenn etwas nicht klappt, lässt du eine Nachricht dort.“
Ich glaubte, Claudia war ganz gerne mal eine Zeit lang alleine unterwegs. Wir saßen uns ja auch schon einige Wochen auf der Pelle. Ein bisschen mulmig war mir schon zu Mute, wir trennten uns zum ersten mal seit dem Beginn unserer Reise. Irgendwie hatte ich so eine Angst, dass wir uns verpassen könnten und irgendwie hatte ich ein flaues Gefühl, weil ich Claudia alleine ließ.
Nichts desto trotz, ich packte meinen Rucksack und ging los. Sanae schien mir doch etwas zu bedeuten.
Mit dem Songthaew fuhr ich nach Phuket Town und von dort mit dem öffentlichen Bus weiter über Phang Nga nach Krabi. Die Phang Nga Bay war durch einen James Bond Film zu großer Berühmtheit gelangt und wird von Touristen überschwemmt. Aber auch ohne diesen Film wäre diese wunderschöne Gegend mit den herrlichen Kalksteinformationen wohl nicht unentdeckt geblieben.
Es erinnerte mich ein wenig an die Ha Long Bay in Vietnam und ich wäre schon gerne ausgestiegen, aber in Anbetracht der vielen Touristen fuhr ich lieber weiter. Eine gute Alternative zu dem alten Bus wäre eine Fahrt mit einem der etwas teureren Schnellfähren von Phuket nach Krabi gewesen, da hätte man die vorgelagerte Inselwelt der Phang Nga Bay noch besser bewundern können.
Es waren noch etwa 100 Kilometer bis Krabi.

Auf zum Rai Leh Beach

Ein Tuk-Tuk brachte mich an einen verlassenen Ort am Strand, weit außerhalb der Stadt, wo es außer einem moslemischen Restaurant nichts anderes gab.
Ich verstand gar nichts mehr, hier war doch überhaupt keine Anlegestelle für Boote und erst recht waren keine Boote da. Geduldig wartete ich ab, was passieren würde.
Nach einiger Zeit kam ein kleines Longtail-Boot und der Fahrer rief an Land: „Rai Leh! Rai Leh!“

Autor: Herbert Jeckl

„Ja, Rai Leh!“ rief ich zurück. Dann kam er an Land und aß erst einmal etwas in dem Restaurant.
Er schien noch auf andere Gäste zu warten, aber ich blieb der einzige. Endlich brachte er mich dann hinüber nach Rai Leh Beach. Die Überfahrt mit dem Boot dauerte etwa eine halbe Stunde und führte vorbei an einsamen Strandab-schnitten und bizarren Kalk-
steinfelsen, die denen von Phang Nga in keiner Weise nachstanden. Weit vor dem Ufer war die Fahrt zuende und ich musste den Rest des Weges durchs Wasser waten. Es war Ebbe, man konnte nicht näher ans Land, ohne möglicherweise seinen Motor zu ruinieren.

Autor: Herbert Jeckl

Hier sind schon einige Boote gestrandet, die bei Ebbe zu nahe ans Ufer gefahren waren.
Die Wracks liegen heute noch vor der Küste. Es sieht aus wie vor einer Pirateninsel.
Es ist still und keine Menschenseele ist zusehen. Langsam wate ich an Land und halte Ausschau nach den Coco Bungalows und nach Sanae.
Ich fühle mich immer noch mies, weil ich Claudia alleine in Phuket gelassen habe.
Wie froh wäre ich, wenn sie bei mir wäre.

 

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